Hier sind sie wieder, die neusten Neuigkeiten aus der Stadt, in der das Wetter ständig wechselt, die Frauen 20cm High Heels tragen und dreißig Katzen vor meiner Haustür sitzen. Oh je, ich überschlage mich hier gerade mit diversen Vorurteilen. Aber das stimmt wirklich. Aber vielleicht sage ich lieber, die Neuigkeiten aus der Metropole des Jugendstils. Das steht sogar im Reiseführer. Und es gibt hier wirklich ganz wundervolle Jugendstilbauten. Da möchte man nicht wissen, was die Restaurierung gekostet hat. Aber dazu hatte ich ja schonmal etwas geschrieben.
Rekapituliere ich doch einmal die letzten Tage. Soll heißen: Samstag abend, Sonntag und heute. Samstag abend hat Naomi ausgesprochen leckere Tortillas gemacht und wir hatten Armin und Lutz zu Besucht. Danach haben wir Mädels nochmal auf den Weg in die Stadt gemacht. Man höre und staune: die Jungs wollten sich unserer Kneipentour nicht anschließen. Wir waren dann noch bis morgens um vier unterwegs. Am Sonntag sollte es uns eigentlich nach Jurmala an den Strand führen. Darum standen wir entsprechend früh auf (ich merke immer, dass 4 Stunden Schlaf zwar okay, aber nicht wirklich ausreichend sind). Wir haben uns also aus dem Bett gequält und alles gepackt. Sogar Badesachen kamen in die Tasche. Als Gegensatz dazu habe ich auch schon meine Mütze aufgesetzt, wegen des kalten Windes hier. Nun wollten wir uns von Ingolf abholen lassen. Leider hat der sich mit seinem Auto total in Riga verfahren, war letztenendes ganz woanders als er eigentlich wollte und nach einer Stunde Warten haben wir beschlossen, dass wir uns doch besser in der Stadt treffen sollten. Mittlerweile hatte es natürlich angefangen zu gießen. Als Ingolf uns dann in der Stadt getroffen hat (zurück fand er erstaunlicherweise einfach) haben wir beschlossen, dass kein Strandwetter ist. Stattdessen führte es uns ins Okkupationsmuseum. Dort ist der Eintritt frei und die Ausstellung ist wirklich interessant. Ich bin still und leise einer Deutschen Reisegruppe nachgeschlichen und somit an noch mehr Informationen gekommen :) Für einen Tag ist das Museum aber zu komplex. Ich habe es auch nicht bis zum Ende geschafft, weil ich irgendwann schrecklichen Hunger bekam und mich total schlecht dabei fühlte über die schweren Besatzungszeiten Lettlands zu lesen, aber gleichzeitig konnte ich nur an meinen leeren Magen denken. Und ich werde ja auch immer grummelig, wenn ich hungrig bin. Ich werde also noch weitere Male ins Okkupationsmuseum gehen.
Danach gings essen. Pizza. Ich traue mich gar nicht zu sagen, wie oft ich mittlerweile schon Pizza gegessen habe, seit ich hier bin. Diesmal gabs allerdings als gesunden Ausgleich einen Salat dazu ;-) Für das Gewissen...
Anschließend war auf dem Domplatz die offzielle Einführung der Erstsemesterstudenten. Ich sage euch, das ist ein richtiges Event. Alle Fakultäten kommen mit ihren Eltern aus verschiedenen Richtungen in die Stadt marschiert, mit Schildern, gemeinsamen Tshirts und Plakaten. Es gibt Musik und jede Fakultät präsentiert sich in besonderer Weise. Die Medziner schieben einen "Verletzten" über den Platz, die Geografen seilen sich von einem Gebäude ab. Sowas in der Art. Nichts im Vergleich zur Ersti-Einführung in Greifswald... Natürlich gibt es trotzdem Reden, der Chor singt und der ganze offizielle Kram fehlt nicht. Aber auf Grund der Stimmung und vorallem wegen der eindrucksvollen Kulisse (vor dem Dom) ist es richtig beeindruckend. Anschließend sind dann alle mit den Dekanen ihrer Fakultät voran zur Universität gelaufen. Eigentlich sollte das ganze geordnet in dreierreihen ablaufen, aber das zerfiel dann irgendwie. Vor dem Freiheitsdenkmal legten die Dekane Blumen nieder und man hielt kurz inne. NAch dieser Einführung gab es dann noch eine Party im Unihauptgebäude, aber die haben wir ausfallen lassen. Zum einen wegen des Preises und des herrschenden Schlafmangels.
Zurück im Wohnheim wollten wir endliche unsere halbfertigen Stundenpläne machen. leider hatten nicht nur Franzi, Naomi und ich diese Idee, sondern wahrscheinlich das ganze Wohnheim. Internetverbindung war gleich null. Zum laden einer Seite konnte man getrost eine Dusche nehmen, solange hat das gedauert. Ich war schon richtig angenervt. Aber zu Guter letzt haben wir es geschafft, den Plan halbwegs zu vervollständigen.
Heute war nun der erste Unitag. Für mich war aber noch nicht soviel los. Ein Treffen um die Zeiten für den Lettischkurs festzusetzen. Das ist nicht gerade einfach, der eine hat ständig Vorlesungen, der andere will/kann nicht morgens, der dritte will nicht freitags und zu spät darf es natürlich auch nicht sein. Zu Guter letzt auch immer die Frage: Bin ich eigentlich B1 oder B2-Level? Schwierig schwierig.
Mittag gabs dann in der Unimensa und danach das Planungstreffen für Russisch. Da gibt es jedoch noch keine Zeiten, morgen wird erstmal ein Test geschrieben, welchem Level wir angehören. Gut so. Es ist also festzuhalten, dass ich jetzt einen einigermaßen ordentlichen Stundenplan habe und mich irgendwie schon auf die Uni und das alles freue. Mal sehen, wie lange das anhalten wird...
Übrigens wollte ich mich heute noch für den Floorball/Unihockey-Sportkurs anmelden, aber niemand hat uns gesagt, dass die Anmeldezeiten bis letzten Freitag waren :( Mal sehen, ob ich doch noch in den Kurs komme.
Vorhin war ich dann noch fix in einem Shoppingcenter mitten in der Stadt, allerdings sieht man von außen überhaupt nicht, wie groß das ist. Das sind zwei alte Stadthäuser, überdacht und durch Übergänge verbunden. Wirklich sehr schön.
Jetzt sitze ich in meinem Zimmer und genieße ein wenig die Ruhe, die man ohne Mitbewohnerin hat. Ich bin froh, mal das Zimmer für mich zu haben, obwohl Naomi wirklich eine 1A-Mitbewohnerin ist und ich mich nicht beschweren kann.
Morgen geht es schon weiter mit der Uni, eine Vorlesung ist auf Lettisch, ich werde mich berieseln lassen und hoffen, dass ich zumindest die Hälfte verstehe.
Nun werde ich mal mein Russisch testen, damit ich mich morgen nicht blamiere und bei den Anfängern eingestuft werde...
Sonnige Grüße aus Riga also!
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