Das Jubiläum von einer Woche hiersein ist vorüber, heute ist Samstag und am Montag fängt dann auch die Uni an. Ich bin sehr gespannt, wie das so wird, denn bisher habe ich noch nicht mal meinen Stundenplan fertig gemacht.
Gestern war das Introducing Meeting. Jetzt haben wir eine Liste von Englischen Kursen die wir belegen können, wissen, wie das mit dem Anmelden für die Kurse funktioniert. Außerdem haben wir jetzt eine ungefähre Ahnung, wo was unimäßig zu finden ist (Fakultäten und Institute und sowas). Zu all diesen Infos haben wir noch eine lustige Liste mit Fotos von allen Austauschstudenten bekommen. Ich bin wirklich überrascht, wo die alle herkommen. Japan, Korea, USA, Georgien, natürlich aus ganz Europa. Es ist wirklich beeindruckend. Es ist also echt international hier. Nach dem Meeting waren wir dann mit ein paar anderen Studenten bei einem Floorballspiel. Nachdem wir allerdings erstmal zum falschen Sportzentrum marschiert sind hätten wir fast den Beginn des Spiels verpasst.
Wisst ihr eigentlich was Floorball ist? Unihockey, würden wir es nennen. ZK Riga hat gegen Rubene gespielt. Warum wir bei dem Spiel waren? Weil einer der Betreuer der Studenten für ZK Riga spielt und uns eingeladen hat. Es war auch wirklich total witzig. Nie im Leben hätte ich gedacht, dass so ein Spiel so interessant sein kann. Dümpelte es zu Beginn noch ein wenig vor sich hin wurde es doch dann immer spannender. Zwischenzeitlich lag Riga mit 4:1 zurück, aber dank einem starken letzten Drittel und einer riskanten Strategie der Gegner (stärken wir die Offensive und nehmen den Torwart raus) hat Riga doch noch mit 4:8 gewonnen. Ich war wirklich beeindruckt. Die Stimmung war auch richtig klasse und ich bin seit gestern ein großer Floorball-Fan. Ich überlege mir sogar, mir hier einen Sportkurs zu suchen. Mal sehen, ob es einen für Anfänger gibt. Nach dem Spiel waren wir noch am Domplatz in einer Bar, haben draußen gesessen und einem Mann gelauscht, der auf einem LKW sitzend Musik gemacht hat. Wir Mädels (Franzi, Naomi und ich, sowie zwei Lettinnen von den Betreuern) haben uns dann aber schon gegen elf auf den Heimweg gemacht. Wir wissen nicht warum, aber wir sind ständig müde hier. Zuhause hatte Naomi noch die grandiose Idee, nachts um zwölf Nudeln zu kochen. Das ist doch mal was.
Heute waren wir auf dem Markt, haben für heute abend ein paar andere Erasmusler zum Essen eingeladen. Ich finde es richtig lustig, alles zu bestellen und den günstigsten Stand zu suchen.
Mir ist nun zum ersten Mal aufgefallen, dass Großstädte ein gefährliches Pflaster sind. Erst gab es eine halbe Schlägerei an der Bushaltestelle und dann hat irgendwer meinen Rucksack aufgemacht und ich habs erst im Bus bemerkt. Naja. Zum Glück trage ich die wichtigen Dinge immer am Mann oder nehm sie gar nicht erst mit. Aber gut. Sowas kann mir überall passieren und trotzdem fühle ich mich nach wie vor sehr wohl.
Mir sind wieder ein paar interessante Dinge aufgefallen.
Hier gibt es ja immer diese Spielhallen. Die heißen eigentlich Laimetaava, was soviel heißt wie Glück machen oder sowas. Sehr passend. Passend zum Thema Glück gibt es hier auch "Laima"-Schokolade. "Laima" ist das Glück und das passt doch wirklich gut zu Schokolade.
Weiterhin habe ich fest gestellt, dass ich hier unweit der Lomonossow Iela wohne, das ist ja fast wie zuhause in Greifswald :)
Naomi hat vor einigen Tagen bemerkt, dass amerikanisches Papier kleiner ist, als europäisches und ich dachte ja immer, für sowas gäbe es Einheitsgrößen.
Und wo ich gerade von Naomi spreche: Vor ein paar Tagen haben wir versucht ihr das Wort Nachtbar bei zu bringen. Sie sagte immer "Nacktbar" und wunderte sich, warum ich darüber lachen musste :)
Mittlerweile habe ich auch einen Großeinkauf gemacht und bin nun stolze Besitzerin zweier neuer Handtücher und von Kindergeschirr. Das hier ist ab und an doch ein bisschen bäh wenn es von 30 Leuten oder so genutzt wird.
So, das wars dann glaube ich erstmal. Ich werde mich jetzt mal hinsetzen und ein bisschen an meinem Stundenplan basteln. Das wird sicherlich auch noch reichlich abenteuerlich.
Ich schicke liebe Grüße aus Riga, das heute allerdings ein klein wenig trist und grau ist.
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