Eine Woche ist mein letzter Blogeintrag nun her und ich überlege mir gerade, was eigentlich in den vergangen Tagen alles passiert ist. Man will ja nichts vergessen. Aber auf Grund meines vorangeschrittenen Alters und diverser anderer Faktoren (:D) bin ich nicht sicher, ob ich eigentlich noch alles vollständig zusammenbekomme.
Der letzte Dienstag war der erste richtige Unitag für mich. Gleich mit einer ganzen Vorlesung über Morphologie in Lettisch. Ich muss sagen, ich habe vielleicht ungefähr die Hälfte verstanden. Das ist doch schonmal gar nicht so schlecht. Das einzige was mich ein bisschen verschreckt hat, waren die Aussagen, dass wir drei Kontrollarbeiten schreiben und nur wenn wir die bestehen, dürfen wir auch an der Abschlussprüfung teilnehmen... Eigentlich brauchen Franzi und ich für Greifswald keine Prüfung, nur eine Hausarbeit, aber die Dozentin meinte, die Klausur müssten wir trotzdem mitschreiben. Nun bin ich doch mal sehr gespannt, wie das ganze sich entwickelt.
Nach der Vorlesung war dann der Einstufungstest für Russisch. Ich habe keine Ahnung, wie der für mich ausgegangen ist. 35 Seiten Multiple Choice, also Ankreuzen. Danach ist man erstmal ein bisschen geschädigt für den restlichen Tag. Allerdings hatte ich es da wohl noch einfach, andere, die den C1-Test gemacht haben, mussten 60 Seiten bearbeiten! Da hatte ich es doch wirklich entspannt. Anschließend gabs noch ein Treffen mit dem Fakultätsverantwortlichen für Austauschstudenten und dann war der Tag auch schon so ziemlich vorbei.
Mittwoch startete mit einem Kurs in Baltic Music. Ich denke, das wird eine ganz lustige Sache. Der Dozent ist sehr lustig und wohl als Komponist tätig. Mal sehen, wie ich mir den Kurs in Deutschland anrechnen lassen kann. Sonst mach ich den eben nur aus Spaß an der Freude. Wir werden sehen.
Die nächste Mittwochsveranstaltung, A history of Latvian Culture ist dann doch wieder ein bisschen ernster zu nehmen. Dort gibt es dann auch richtig was zu tun und Ausflüge in diverse Museen sind auch schon geplant.
Jaaaa und dann kam der Mittwochabend! Und der war doch schonmal definitiv ein Highlight meines Lettlandaufenthaltes. Fußballländerspiel Lettland vs. Schweiz. Und es ging richtig um was. Vorher gab es Abendessen bei Lutz und Armin und dann gings zum Stadion. Natürlich waren wir zu spät, dann waren wir auf der falschen Stadionseite und mussten einmal drum herum. Zum Glück ist das Rigaer Stadion nicht gerade besonders groß. Trotzdem haben wir den Einmarsch und die Hymnen verpasst. Aber was solls. Die erste Halbzeit gestaltete sich als recht langweilig. Aber dafür entschädigte dann die zweite Hälfte des Spiels in der Lettland sogar durchaus die Chance hatte, das Spiel zu gewinnen. Schade wirklich, dass es am Ende 2:2 ausging und somit Lettland in der WM-Qualifikation aus dem Rennen ist. Aber es war ein gutes Spiel, mit übermächtigen Schweizer Fans, die das Stadion dominierten. Schade, dass die Letten nicht gerade ein euphorisches Fußballvölkchen sind. Aber vielleicht wird das ja noch. Während ich hier bin gibt es Spiele vom FK Ventspils gegen Sporting Lissabon und auch -tada- gegen Hertha BSC. Da werde ich mir doch auf jeden Fall Karten besorgen. Muss mir nur noch überlegen, welchem Team ich eigentlich eher zugetan bin ;-) We will see.
Donnerstags war dann Latvian Literature angesagt. Leider wusste ich vieles aus der Vorlesung schon aus Deutschland. Aber vielleicht kommen ja noch ein paar Sachen dazu, die neu sind. Abwarten. Sonst ists eine leicht erhaltene gute Note :D
Donnerstag war dann auch das erste mal Lettisch. Da habe ich dann schon einiges gelernt, bin mir nur immer noch nicht sicher, welcher Gruppe ich nun eigentlich angehöre. Aber ich warte erstmal ab und teste noch ein bisschen aus.
Abends bin ich dann mit Naomi zum Pubcrawl gegangen. Allerdings haben wir uns den Anfang des Crawls, eine ein Schnitzeljagd durch die Kneipen gespart und sind gleich zum Zielpunkt gegangen. Das war entspannter. Ich stehe ja sowieso nicht auf solches Massenentertainment. Der Abend war dann noch sehr lang und feucht fröhlich. Habe jetzt auch endlich mal die berühmtbewüchtigte Erasmuslkneipe, Frenchbar kennengelernt. Sie ist ziemlich klein, billig und das Bier schmeckt nicht. Aber gut, man trifft viele Leute und durch die Raumgröße kommt man auch schnell miteinander in Kontakt... Zum Abschluss des Abends/der Nacht gabs dann noch eine abenteuerliche Heimfahrt zu fünft in einem Taxi, plus dem Fahrer, der sich offenbar auch nicht besonders gut in der Stadt auskannte und prompt falsch gefahren ist. Keine Ahnung, was der eigentlich geplant hatte. Als ich nach hause kam war es irgendwie halb fünf und ich bin gleich ins Bett gefallen. Zum Glück musste ich Freitag erst 14Uhr in die Uni und hatte somit genügend Zeit für einen erholsamen Schlaf. Trotzdem war ich -angeblich- wohl etwas abwesend den ganzen Tag. Aber was will man erwarten?! Müde und so ;-)
Die Freitagsvorlesung war dann auch ganz interessant. Obwohl wir erstmal zu spät gekommen sind, weil es in dieser Uni zwar einen Raum 210 und einen Raum 208 gibt, aber keine 209. Man kann ja auch nicht ahnen, dass die 209 in der 210 versteckt ist. Ein Raum im Raum also. Verrückt. Überhaupt ist das Unihauptgebäude ein bisschen merkwürdig aufgebaut. Ich glaube, irgendwann werde ich mich dort hoffnungslos verlaufen. Es gibt sogar einen "one and a half floor", wie Naomi festgestellt hat. Wirklich seltsam. Auch in der Philologischen Fakultät sind letzte Woche einige in einen Raum reingegangen und dann ganz woanders hervor gekommen. Seltsam seltsam. Schwarzes Loch? Wurmloch? Verrückte Vorgänge in der University of Latvia. Ich werde das im Auge behalten. Vermutlich bewegen sich hier auch Treppen und so.
Freitag hatte Britta, ehemalige Erasmusstudentin hier in Lettland nun eigentlich wieder in Greifswald, aber zu Besuch in Riga, Geburtstag. Da wurde natürlich auch ein bisschen gefeiert. Erst hier bei uns im Wohnheim und dann sind wir wieder losgezogen. French Bar, Fastfoodlokal, man kann ja nicht nur trinken und dann noch ein Club. Schön wars. Und ich war wieder erst ziemlich äh... früh im Bett, nachdem Britta mich in das perfekte Taxi gesetzt hat. 3 Lat bis zum Wohnheim, sonst haben wir immer 4 gezahlt. Der Fahrer war supernett und ist solange an der Einfahrt stehen geblieben, bis ich im Wohnheim war. Weil ich -laut ihm- ja in einer "gefährlichen Gegend" wohne. Aber sorgt euch nicht. Bisher ist mir noch nix passiert und ich habe auch vor, es dabei zu belassen. Samstag war dann nach all dem Partystress nicht mehr wirklich viel mit mir los. Eigentlich wollten wir auf den Fernsehturm, aber irgendwie sind wir nicht los gekommen. Ich hab nachmittags noch mit ein paar Jungs Bundesliga in einer Sportbar geschaut. Dortmund vs. Bayern. Mit Hardcore-Dortmundfans, die nach dem Spiel (1:5 für die Bayern) wirklich ziemlich genervt waren. Aber es war mal eine lustige Erfahrung, zu sehen wie Männer Bundesliga gucken. Vielleicht geh ich nächste Woche wieder.
Den restlichen Samstag habe ich entspannt. Abends mit Franzi ein paar Folgen Mila Superstar und die erste Sailor Moon Folge auf youtube geschaut. Da werden Kindheitserinnerungen wach. Hier im Wohnheim war es sehr ruhig, weil sich die meisten Erasmusler auf gemacht haben zur großen Welcome-Party. Viel trinken, Animationsspiele, nciht ganz so mein Ding. Darum bin ich hier geblieben. Außerdem wars reichlich teuer.
Und gestern haben wir Greifswalder dann mit Ingolfs Auto einen Ausflug gestartet. Es ging erst nach Jelgava, dort haben wir das Schloss angeschaut und in einer etwas seltsamen Bar gegessen. Aber es war lecker. Dann weiter nach Tervete, in den Märchen- und Zwergenwald. Ich bin ja nun wirklich kein Wanderfreund. Aber dort war es ganz lustig. Vorallem die Figuren im Wald waren total niedlich. Und den ganzen Tag an der frischen Luft zu verbringen, war auch mal richtig toll.
Heute ist nun Montag, für mich gibt es keine Uni, was ganz gut ist, weil ich nun, vermutlich dank der nun wieder genesenen Franzi, etwas kränklich bin. Zu allem Überfluss ist das Wetter heute draußen schlecht. Angeblich, so der Wetterbericht, scheint die Sonne. Haha. Grau und regnerisch. Aber was will man machen? ich werde wohl heute mal ein bisschen faul sein. Kann auch nicht schaden.
Zum abschluss noch eine Kleinigkeit aus der Rubrik: Lettische Kuriositäten. Habe ich berichtet, dass man hier alles einzeln kaufen kann? Jogurt nicht im viererpack und auch die Taschentücher gibt es einzeln. Ob das nötig ist bleibt fraglich. Aber es geht. Ich sende nun Grüße aus Riga und versuche, den nächsten Blog nicht solange auf zu schieben.
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