Es ist Dienstag. Wieder ist eine Woche vergangen seit meinem letzten Blogeintrag. Passiert ist wieder allerhand, aber es fehlte die Zeit um alles aufzuschreiben. Jetzt habe ich zwischen meinem Vorlesungsmarathon am Morgen und dem Lettischkurs am Abend etwas Zeit und die will natürlich sinnvoll genutzt werden.
Für den letzten Mittwoch hatten Naomi und ich eigentlich ein kleines gemeinsames Vorglühen in unserem Wohnheimzimmer geplant. Leider hatte dann keiner Zeit zu kommen
(ich glaube ja eher, dass sich niemand in unser ach so gefährliches Viertel getraut hat ;-)) Wir haben uns dann also mit unseren Alkoholitäten alleine ein paar schöne Stunden gemacht. Irgendwann hat Naomi noch Ingolf eingeladen und im unteren Flur haben wir noch zwei Italiener aufgetrieben. Es wurde dann also noch ganz lustig. Mit dem festen Vorsatz, die Frenchbar diesmal zu meiden haben wir uns anschließend auf den Weg in die Stadt gemacht. Wir waren in einer winzigkleinen, aber sehr tollen BrazilBar. Das war dann auch wirklich angenehm. Die hat nämlich den unschlagbaren Vorteil, dass man atmen kann. Und einem sitzt niemand auf dem Schoß. Ganz sind wir dann aber doch nicht um die FrenchBar drumherum gekommen. Wir sind dann doch nochmal dort eingekehrt. Man konnte fast atmen und es war einigermaßen auszuhalten. Aber ich weiß nicht, ein großer Fan werde ich von der Bar irgendwie nicht. Besonders fantastisch wurde es dann, als in der FrenchBar ein übermäßig nationalstolzer Georgier einen handfesten Streit mit ein paar ebenso nationalstolzen Russen bekam. Ich glaube, so schnell habe ich die Leute noch nie aus der FrenchBar rennen sehen. (Höchstens rein, wenn die Polizei vorfährt und draußen alle ihr Bier genießen. Ist ja verboten in der Öffentlichkeit). Das war aber auch wirklich ein bisschen beängstigend. Zum Glück ist nichts passiert. Aber die Laune ist mir dann wirklich vergangen. Es ging dann also nur noch nach hause.
Den Donnerstag über habe ich mich ziemlich gelangweilt. Irgendwie war niemand da und überhaupt war das ein richtig blöder Tag. Das war der erste Tag in der Zeit die ich jetzt in Riga bin, an dem ich mir dachte: "Also jetzt wärst du lieber in Deutschland." Dabei war der Donnerstag eigentlich ein Jubiläum. 4 Wochen! Aber ich habe dann viele aufmunternde Worte gehört und irgendwann hob sich dann die Stimmung. Ja. So ist das manchmal. Und obwohl ich am Donnerstag nichts gemacht habe, habe ich dann am Freitag bis sage und schreibe halb 12 geschlafen. Unglaublich aber wahr. Dabei hat Naomi sich wirklich bemüht mich zu wecken. Aber ich habe sie erfolgreich ignoriert (ein hoch auf meine Erfahrung im Zimmer teilen). Es gab ja auch keinen Grund zeitig auf zu stehen. Freitag ist ja ohnehin erst ab 14Uhr Uni. Abends haben wir uns dann noch ein Chorkonzert an der Uni angeschaut. Die University of Latvia feiert nämlich ich 90jähriges Bestehen und da ist natürlich allerhand los. Aber das Chorkonzert war jetzt nicht so der Hit. Dabei hat man dafür extra einen Chor von der Karlsuniversität in Prag einfliegen lassen. Tja. So kanns gehen. Ich persönlich fands eher langweilig.
Das Wochenende war dann etwas ereignisreicher. Mit Naomi bin ich mit dem Zug nach Jēkabpils gefahren. Naomi war dort schon ein Wochenende vorher. Sie kennt aus dem Chor einen Letten, Janis, der hat uns eingeladen. Mit dem Zug sind wir am Samstag also los gezuckelt. Das war übrigens meine erste Zugfahrt in Lettland. Der Zug ist langsam aber gemütlich. Jeder Wagen hat seinen eigenen Schaffner und es ist wirklich günstig. Viel gesehen habe ich unterwegs allerdings nicht. Was möglicherweise auch daran lag, dass es einfach nichts zu sehen gab. Teilweise ist Lettland wirklich nicht sonderlich dicht besiedelt ;-)
In Jēkabpils hat uns Janis dann abgeholt und wir sind bei ihm zuhause mit offenen Armen empfangen worden. Ich habe mich gleich richtig wohl gefühlt. Die Familie ist unglaublich nett und herzlich und alle haben sich um uns gekümmert. Ingolf ist dann später noch nach gekommen. Abends gabs essen wir geschätzte 100Leute. Janis Familie hat eine Saune und da ist man dann auch fleißig reingegangen. Nackt. Natürlich Männer und Frauen getrennt. Also, anfangs wars eine ganz schöne Überwindung, aber es war dann wirklich in Ordnung. Was vielleicht auch an dem Wodka lag. Jedes mal, wenn man aus der Saune kam (und ich war viermal drin) hörte man: "Und jetzt musst du einen Wodka trinken." Also gut. Gesagt, getan. Es war ein wirklich lustiger Abend. Zum Abschluss der Saunaorgie hat Janis Vater noch irgendwelche speziellen Massagen mit Birkenzweigen gegeben. Es war wie im Wellnessurlaub (auch wenn ich noch nie einen gemacht habe). Der Abend war sehr schön. Gemütliches Beisammen sein, Shisha rauchen, saunieren, trinken, essen. Und alles nackt (Sauna) oder in Handtuch und Pullover (alles andere). ja, hier erlebt man was.
Sonntag ging es dann erst auf eine Art Erntedankfest, auf dem Janis mit seiner Folkloretanzgruppe aufgetreten ist. Es ist wirklich lustig anzusehen, wie sich die tussigsten Mädels und die größten Prolls in ihre Volkstrachten werfen (stellt euch jetzt aber keine Lederhosen oder sowas vor) und dann hinterher wieder zurück in ihre normalen Outfits. Das war echt der Hit. Danach ging es dann zu dem eigentlich Grund, weswegen wir in Jēkabpils waren: Cranberries ernten. Janis Familie hat total viel Land und dort wird so einiges angebaut. Unter anderem auch Cranberries. Die haben wir dann geerntet. Das war ein Spaß. Auf Eimern sitzend im Cranberry-Feld. Sowas hab ich auch noch nie gemacht. Abends war dann nicht mehr viel mit uns los, wir haben sage und schreibe von 5 bis Mitternacht vor dem Fernseher gehockt. Eigentlich wollten wir nur eine Art DSDS gucken, allerdings mit Chören, da Janis Vater in einem Chor singt, der dort teilgenommen hat, aber irgendwie konnten wir nicht aufhören. Wie das mit dem Fernsehen eben so ist.
Montag ging es dann zurück nach Riga. Es hat die ganze Zeit geregnet und die lettischen Straßen sind zum Teil eher Feldwege als Straßen.
Zurück in Riga hat uns dann erstmal das Verkehrschaos in seine Krallen bekommen.
Wir sind dann abends noch ins Kino gegangen und haben uns "The Ugly Truth" angeschaut. Montag ist nämlich Kinotag.
Ja und das war sie schon, meine letzte Woche.
Ich habe, gerade am Wochenende, viel über Lettland gelernt. Also irgendwie. Zum Beispiel ist mir mal der krasse Unterschied zwischen Riga und dem restlichen Teil des Landes aufgefallen. Riga, die Touristenmetropole. Alles schick, alles neu, alles restauriert. Und der Rest. Grau, ab und an heruntergekommen. Aber gemütlich und herzlich. Außerdem habe ich mich mit einer Art Rassismus konfrontiert gesehen, die ich noch nie so kennengelernt habe. So lieb und toll Janis Familie ist. Ab und an waren sie mir doch ein bisschen unheimlich. Man hetzt gegen Russen und Zigeuner. Vorurteile gibt es zuhauf. Zum Teil war das wirklich unangenehm anzuhören. Ich kann das zum Teil auch verstehen, aber andererseits bin ich nunmal ganz anders erzogen worden und da ist nunmal jede Form von Rassismus gleichschlecht. Aber das gehört wohl dazu, hier in Lettland. In meinem Wohnheim gibt es zwei Jungs, einen Letten und einen Russen, und es ist schön zu beobachten, dass die beiden dicke Kumpel sind. Das ist doch ein positiver Schritt.
Ja und nun ist Dienstag. Heute früh war wieder die lettische Vorlesung. ich habe wieder nur die Hälfte mitbekommen und im Seminar habe ich immer nur fragend geantwortet, wenn mich jemand ansprach. Herje, ich muss wirklich an meinem Lettisch arbeiten. Danach bin ich mit Franzi Eishockeytickets kaufen gegangen. Das war gar nicht so einfach. Aber zu guter letzt haben wir es doch geschafft und ich bin schon ganz gespannt auf das Spiel morgen: Dinamo Riga vs St. Petersburg. Unsere Plätze sind zwar jetzt nicht der Hammer, aber was will man machen. Ich freu mich schon sehr.
Außerdem freue ich mich, dass gerade die Sonne hervor kommt. Heute hat es nämlich den ganzen Tag geregnet. Ich habe schon nasse Schuhe. Aber jetzt scheint es sich beruhigt zu haben.
Ich werde jetzt mal Hausaufgaben machen. Wünsche euch eine schöne Woche, wenn ich nicht eher von mir hören lasse ;-) Liebste Grüße aus Riga!
P.S. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen lieben Briefschreibern bedanken. Sylvia (das Täschchen wurde schon genutzt, liebsten Dank nochmal), Manu (Anwort ist unterwegs), Céline, Mama und Anni und natürlich Sabrina (die die inoffizielle Liste anführt ;-)). Ich komme mit dem Antworten gar nicht nach. Also nehmt es mir nicht übel, wenn ihr etwas warten müsst. 10000dank nochmal!
Dienstag, 29. September 2009
Dienstag, 22. September 2009
Lost the way in Riga
Ha! Heute ist es passiert. Nein. Nichts weltbewegendes. Weder hat mich Armors Pfeil getroffen, noch sonst etwas in der Richtung. Nein, heute ist passiert, womit ich schon seit ich hier bin gerechnet habe. Ich habe mich verlaufen. Aber so richtig. Ganz schreckliche Sache. Nun, vielleicht ist es besser, den Tag von vorn zu beginnen. Denn eigentlich hat nichts darauf hingedeutet, dass ich am Abend verwirrt und allein durch die Straßen der großen Stadt irre. Und nur um eventuelle Andeutungen vorweg zu nehmen. Ich hatte nichts getrunken! Soviel schonmal dazu!
Heute früh musste ich viel zu zeitig aufstehen, weil ich 8.30Uhr die lettische Vorlesung zum Thema Morfologie hatte. Eigentlich geh ich da ja immer mit Franzi hin, aber heute früh schrieb mir Franzi eine SMS (ja, wir wohnen im selben Wohnheim, ja wir wohnen in der gleichen Etage und ja, sie wohnt nur 5 Zimmer weiter, aber trotzdem), dass sie heute nicht mitkommt, weil es ihr noch nicht so gut geht.Ich bin also alleine losgezogen. Das war dann auch ganz gut bei Morfologie. Hab zwar nur die Hälfte verstanden, aber da kann man ja nichts machen. Nach Morfologie hab ich mir -endlich endlich endlich- meinen Studentenausweis abholen können. Suuuper. Jetzt kann ich mich hier registrieren und ich kann ein Konto aufmachen und lauter solche tollen Dinge. Und ich musste nur 4 Wochen warten (das ist keine Ironie, andere haben über 6 Wochen warten müssen). Zudem ist es wirklich super mal eine richtige Chipkarte als Ausweis zu haben und nicht so ein Dingsbums wie in Greifswald. Ja, jetzt bin ich also stolze Besitzerin eines Studentenausweises. Ole.
Danach gings nach hause, Naomi hatte mir einen Zettel geschrieben (wir können nicht mehr per Handy kommunizieren, seit sie am Wochenende ihr zwei Wochen altes Handy verloren hat...), dass wir uns in der Stadt treffen und dann zum Yoga gehen. Ja. Richtig gehört. Ich war heute beim Yoga! Und ich muss sagen, ich war wirklich überrascht. Ich dachte ja immer, Yoga ist sowas entspanntes, atme, finde deine Mitte, konzentriere dich auf diesen Punkt... blablabla. Aber hey, dass war richtig anstrengend. Ein richtiges Workout. Aber hat Spaß gemacht und ich würds gerne wieder mal machen. Naomis Buddy ist Yogalehrerin, dass passt ja perfekt. Ja und nach dem Yoga ging der Ärger für mich los. Ich hatte danach noch Lettisch. Und ich wollte vom Yoga direkt dahin, eigentlich ein Weg von 5-10Minuten. Aber irgendwie bin ich total falsch abgebogen, kannte irgendwann die Straßen nicht mehr, bin mal nach rechts, mal nach links und war schließlich beim Stadion, auf der total falschen Seite der Innenstadt. Oh Mann, ich war ja sehr froh, als ich dann am Stadion war. Da hatte ich dann nämlich schon 40Minuten im strömenden Regen umherirren hinter mir! Hilfe! Das war so schrecklich. und ich hatte natürlich keinen Stadtplan dabei. Um kurz nach sieben war ich dann wieder im richtigen Teil der Stadt. Und dann hatte ich die Nase gestrichen voll und bin nach hause gefahren, Lettisch wäre nur noch 20 Minuten gewesen. Ich sage euch, sowas ist mir noch nie passiert und ich hoffe, es passiert mir auch nie nie nie nie wieder. Ich war echt verzweifelt. Zuhause hab ich dann erstmal mit Franzi gekocht und mich beruhigt. Jetzt gehts wieder und ich denke, morgen kann ich mich wieder hinaus wagen in die große, verrückte Stadt. Tja, Riga ist eben nicht Greifswald. Das habe ich heute gelernt.
Ich wünsche euch einen schönen Abend, wenige Irrwege, wo auch immer es noch hingehen soll! Grüße aus -dem heute mal verregneten- Riga.
Heute früh musste ich viel zu zeitig aufstehen, weil ich 8.30Uhr die lettische Vorlesung zum Thema Morfologie hatte. Eigentlich geh ich da ja immer mit Franzi hin, aber heute früh schrieb mir Franzi eine SMS (ja, wir wohnen im selben Wohnheim, ja wir wohnen in der gleichen Etage und ja, sie wohnt nur 5 Zimmer weiter, aber trotzdem), dass sie heute nicht mitkommt, weil es ihr noch nicht so gut geht.Ich bin also alleine losgezogen. Das war dann auch ganz gut bei Morfologie. Hab zwar nur die Hälfte verstanden, aber da kann man ja nichts machen. Nach Morfologie hab ich mir -endlich endlich endlich- meinen Studentenausweis abholen können. Suuuper. Jetzt kann ich mich hier registrieren und ich kann ein Konto aufmachen und lauter solche tollen Dinge. Und ich musste nur 4 Wochen warten (das ist keine Ironie, andere haben über 6 Wochen warten müssen). Zudem ist es wirklich super mal eine richtige Chipkarte als Ausweis zu haben und nicht so ein Dingsbums wie in Greifswald. Ja, jetzt bin ich also stolze Besitzerin eines Studentenausweises. Ole.
Danach gings nach hause, Naomi hatte mir einen Zettel geschrieben (wir können nicht mehr per Handy kommunizieren, seit sie am Wochenende ihr zwei Wochen altes Handy verloren hat...), dass wir uns in der Stadt treffen und dann zum Yoga gehen. Ja. Richtig gehört. Ich war heute beim Yoga! Und ich muss sagen, ich war wirklich überrascht. Ich dachte ja immer, Yoga ist sowas entspanntes, atme, finde deine Mitte, konzentriere dich auf diesen Punkt... blablabla. Aber hey, dass war richtig anstrengend. Ein richtiges Workout. Aber hat Spaß gemacht und ich würds gerne wieder mal machen. Naomis Buddy ist Yogalehrerin, dass passt ja perfekt. Ja und nach dem Yoga ging der Ärger für mich los. Ich hatte danach noch Lettisch. Und ich wollte vom Yoga direkt dahin, eigentlich ein Weg von 5-10Minuten. Aber irgendwie bin ich total falsch abgebogen, kannte irgendwann die Straßen nicht mehr, bin mal nach rechts, mal nach links und war schließlich beim Stadion, auf der total falschen Seite der Innenstadt. Oh Mann, ich war ja sehr froh, als ich dann am Stadion war. Da hatte ich dann nämlich schon 40Minuten im strömenden Regen umherirren hinter mir! Hilfe! Das war so schrecklich. und ich hatte natürlich keinen Stadtplan dabei. Um kurz nach sieben war ich dann wieder im richtigen Teil der Stadt. Und dann hatte ich die Nase gestrichen voll und bin nach hause gefahren, Lettisch wäre nur noch 20 Minuten gewesen. Ich sage euch, sowas ist mir noch nie passiert und ich hoffe, es passiert mir auch nie nie nie nie wieder. Ich war echt verzweifelt. Zuhause hab ich dann erstmal mit Franzi gekocht und mich beruhigt. Jetzt gehts wieder und ich denke, morgen kann ich mich wieder hinaus wagen in die große, verrückte Stadt. Tja, Riga ist eben nicht Greifswald. Das habe ich heute gelernt.
Ich wünsche euch einen schönen Abend, wenige Irrwege, wo auch immer es noch hingehen soll! Grüße aus -dem heute mal verregneten- Riga.
Montag, 21. September 2009
Wieder ist eine Woche vorüber und ich muss mir selbst eingestehen, dass ich es mit dem Blogschreiben doch etwas schleifen lasse. Zu meiner Entschuldigung kann ich sagen, dass ich die letzte Woche wieder viel unterwegs war, sei es um kulturell etwas zu erleben oder um selbst ein wenig Action zu machen. Das schwierige Verhältnis, dass mich mit dem Bier hier verbindet, trägt außerdem dazu bei, dass ich meinen Blog etwas vernachlässigt habe. Aber soviel sei gesagt: Ich gelobe Besserung. In jeglicher Hinsicht. Das letzte Mal habe ich vergangen Montag geschrieben. Am Dienstag darauf haben sich einige der Exchange-Students getroffen um Fußball zu schauen. Bayern gegen Maccabi Haifa. Naomi und ich waren auch mit dabei. Nach meinem Lettischkurs habe ich mich mit ihr getroffen, war vorher noch ein bisschen Einkaufen und habe mir das erste mal in Lettland etwas unnützes gekauft. Also nichts für den Haushalt oder was zu Essen oder so. Nein, ein reduziertes Sommertop, für 3 lat, von dem ich nach dem Kauf nicht mehr so genau wusste, ob ich es mag oder nicht. Nachdem ich mehrere Meinungen eingeholt habe bin ich übrigens mittlerweile zu dem Schluss gekommen, dass ich es gut finde. Schwierig, wenn man sich selbst nicht entscheiden kann. Nun ja, jedenfalls habe ich mich anschließend mit Naomi getroffen, wir waren noch was Essen und weil die anderen noch nicht da waren, haben wir uns erstmal in den Biergarten auf dem Domplatz gesetzt. Nach und nach sind dann alle eingetrudelt, wir haben Fußball geschaut, getrunken und uns prima amüsiert. Nach dem Spiel ging es noch in die FrenchBar, ich weiß nicht, ob ich von der schonmal erzählt habe. Das ist DER Treffpunkt für Austauschstudenten schlecht hin. Sehen und gesehen werden. Zuviele Leute, zuwenig Platz, schlechtes Bier. Aber man geht hin. Obwohl ich das, glaube ich, zukünftig vermeiden werde. Irgendwann war Naomi weg und ich bin dann mit ein paar anderen nach hause gefahren. Naomi ist sicher, dass sie sich noch bei uns verabschiedet hat, aber keiner konnte sich mehr daran erinnern. Plötzlich war sie weg und ich bin letztenendes mit ein paar anderen nach Hause gefahren. Zum Glück war Naomi hier. Also alles nur halb so schlimm. Bis auf meinen Kater. Der hat mich noch den nächsten Tag begleitet. Dabei ging es am Mittwoch ins Jugendstilmuseum. Das war wirklich toll. Eine Wohnung, eingerichtet im Jugendstil, der Guide im Jugenstilldress. Es war wirklich interessant. Und der Höhepunkt war, als wir uns Hüte im Jugenstilstyle aufsetzen konnten. Ich hatte noch nie einen toten Fasan auf dem Kopf... Naja, den restlichen Mittwoch war nicht mehr viel los mit mir. Schlafen, erholen, was zu essen kaufen, kochen, mich von Naomi unterhalten lassen. Abends hab ich mich dann aber wieder gelangweilt. Aber die Vernunft hat gesiegt und ich blieb zuhause. Donnerstag war den ganzen Tag Uni, das erste Mal Russischsprachkurs, ich bin noch nicht sicher, in welchem Kurs ich bin. Da sind Leute dabei, die haben ein Jahr Russisch, andere haben schon fünf Jahre. Aber eigentlich egal. Ich kann nur einmal die Woche zu Russisch gehen, da an dem zweiten Datum meine Dienstagmorgenlettischvorlesung über Morfologie ist. Blöd, aber muss sein. Zum Glück hab ich mit Liisi Russisch, sie bringt mir dann das Zeug mit und wiederholt mit mir. Wirklich sehr praktisch. Latvian Literature war auch ganz okay, aber ich kann mir nicht helfen, manchmal langweilig. Abends dann noch Lettischkurs und dann gings nach hause. Später haben Naomi und ich uns in der Stadt getroffen. Mal ein paar Mädchengespräche geführt. Das war auch richtig toll. Anschließend gings ins Alberts Pub, diese Sportbar in der Fußball war. Das Spiel war schon vorbei als wir kamen und keiner mehr da. Haben uns trotzdem rein gesetzt. Zufällig kamen dann noch ein paar von den Erasmusstudenten. Das war ganz gut. Als Frau in einer Sportbar wird man ganz schön komisch angeschaut. Vorallem wenn man ohne männliche Begleitung kommt. Wir sind dann weiter gezogen in die FrenchBar, und da hab ich dann wirklich beschlossen, dort nicht mehr hin zu gehen. Wir haben uns dann auch ziemlich bald aus dem Staub gemacht.
Freitag kam dann mein erster Besuch nach Greifswald. Nadin und Marcel aus Hamburg. Außerdem hatte Ingolf Geburtstag, was dann auch noch zünftig gefeiert wurde.
Am Samstag haben sich meine Gäste, Franzi, Ingolf und ich uns ein weiteres Mal auf den Weg nach Jūrmala gemacht. Diesmal hatten wir mehr Glück. Das Wetter war traumhaft, der Himmel strahlend blau. Wir haben sogar alles auf Anhieb gefunden.
Jūrmala ist wirklich ein Traum, Strand soweit das Auge reicht, die "Stadt", eigentlich ist es ja keine, eher mehrere aneinandergereihte Dörfer, ist total schön. ich möchte bitte auch eine Holzhausvilla. Es ist in dieser Hinsicht wirklich schade, dass ich vom Sommer in Lettland nicht viel mitbekommen habe. Aber Jūrmala ist sicher auch im Herbst und Winter ganz toll. Abends haben wir bei mir im Wohnheim noch ein bisschen gemütlich zusammengesessen und gegessen und uns zum Schluss einen Anschiss von der Kommandante eingefangen, weil die anderen doch wirklich erst 23:03Uhr das Wohnheim verlassen haben. Skandal! Drei Minuten zu spät. Wir geloben Besserung.
Gestern ging es dann auf ein Folkdingsbums. Ich hab keine Ahnung, wie ich es am besten nennen könnte. Es war eben Folklore in einem Freilichtmuseum, mit Verkaufsständen, Musik und so. War aber auf jeden Fall sehr lustig und auch mal was anderes. Zudem ist die Gegend dort sehr sehr schön. Mežaparks heißt der Teil Rigas. Man ist mitten im Wald, es gibt sogar einen See, aber trotzdem ist man noch in Riga. Wirklich toll. Soetwas braucht jede Stadt. Nachmittags haben wir dann noch den Turm der Petrikirche erklommen. Mit dem Fahrstuhl. Die Aussicht war phänomenal. Ich bin ja ein großer Fan von Aussichtsplattformen und Städten von oben. Abends bin ich mit Nadin und Marcel noch was Essen gewesen.
Ja und heute kam dann der krönende Abschluss des Wochenendes. Ein Besuch auf dem Fernsehturm, was ich mir ja schon immer vorgenommen habe. Die Anfahrt ist schonmal klasse. Mit dem Bus bis auf die Daugava-Insel Zaķusala (übersetzt Haseninsel). Auf dieser Insel ist nichts. Außer dem Fernsehturm, dem Fernsehstudiohaus und Hasen und Füchsen (daher wohl auch der Name...). Aber mir scheint, die Insel dient in Riga als Verkehrsübungsplatz. Es geht ja auch nur gerade aus und eigentlich kommt einem nie was entgegen. Wir sind dann direkt auf den Turm zu marschiert. Dort angekommen stellten wir fest, dass es wirklich schwierig war dort hinein zu kommen. Ist nicht so wie beim Berliner Fernsehturm. Neee. Hier muss man beim Wachmann klingeln, der lässt einen dann ein. Wir konnten zum Glück eine lettische Familie verfolgen, sonst hätten wir wahrscheinlich nie hinein gefunden. Wir und die lettische Familie waren dann auch die einzigen Besucher. Es ging mit einem Fahrstuhl den schrägen Pfeiler nach oben auf etwa 100Meter. Höher geht es derzeit nicht, obwohl der Turm eigentlich 368,5m misst und somit höher ist, als der Berliner Fernsehturm und überhaupt ist er das dritthöchste Freistehende Gebäude in Europa. Was ich nicht alles weiß... Oben hat man dann einen ganz tollen Blick über die Haseninsel, die zwei Seiten der Daugava, über die Stadt und die Umgebung. Leicht getrübt allerdings durch wirklich dreckige Fenster. Meine bilder sind nicht so grau weil das Wetter schlecht war. Nein, weil die Fenster nicht geputzt waren! Der Besuch dort hat sich wirklich gelohnt, ich werde alle Rigabesucher dort hinschleppen. Schon allein, damit sie sagen können, die waren auf der Haseninsel ;-)
Nachmittags hab ich Nadin und Marcel zum Flughafen geschafft. Ein bisschen traurig war ich schon, aber das hat sich gegeben. Morgen steht wieder ein langer Unitag bevor. Ich mach es mir jetzt noch ein bisschen gemütlich, schaue mal, inwieweit mir das Internet noch meinen Willen lässt.
Ich bin gespannt, was diese Woche so bringt und dann melde ich mich sobald als möglich wieder.
Freitag kam dann mein erster Besuch nach Greifswald. Nadin und Marcel aus Hamburg. Außerdem hatte Ingolf Geburtstag, was dann auch noch zünftig gefeiert wurde.
Am Samstag haben sich meine Gäste, Franzi, Ingolf und ich uns ein weiteres Mal auf den Weg nach Jūrmala gemacht. Diesmal hatten wir mehr Glück. Das Wetter war traumhaft, der Himmel strahlend blau. Wir haben sogar alles auf Anhieb gefunden.
Jūrmala ist wirklich ein Traum, Strand soweit das Auge reicht, die "Stadt", eigentlich ist es ja keine, eher mehrere aneinandergereihte Dörfer, ist total schön. ich möchte bitte auch eine Holzhausvilla. Es ist in dieser Hinsicht wirklich schade, dass ich vom Sommer in Lettland nicht viel mitbekommen habe. Aber Jūrmala ist sicher auch im Herbst und Winter ganz toll. Abends haben wir bei mir im Wohnheim noch ein bisschen gemütlich zusammengesessen und gegessen und uns zum Schluss einen Anschiss von der Kommandante eingefangen, weil die anderen doch wirklich erst 23:03Uhr das Wohnheim verlassen haben. Skandal! Drei Minuten zu spät. Wir geloben Besserung.
Gestern ging es dann auf ein Folkdingsbums. Ich hab keine Ahnung, wie ich es am besten nennen könnte. Es war eben Folklore in einem Freilichtmuseum, mit Verkaufsständen, Musik und so. War aber auf jeden Fall sehr lustig und auch mal was anderes. Zudem ist die Gegend dort sehr sehr schön. Mežaparks heißt der Teil Rigas. Man ist mitten im Wald, es gibt sogar einen See, aber trotzdem ist man noch in Riga. Wirklich toll. Soetwas braucht jede Stadt. Nachmittags haben wir dann noch den Turm der Petrikirche erklommen. Mit dem Fahrstuhl. Die Aussicht war phänomenal. Ich bin ja ein großer Fan von Aussichtsplattformen und Städten von oben. Abends bin ich mit Nadin und Marcel noch was Essen gewesen.
Ja und heute kam dann der krönende Abschluss des Wochenendes. Ein Besuch auf dem Fernsehturm, was ich mir ja schon immer vorgenommen habe. Die Anfahrt ist schonmal klasse. Mit dem Bus bis auf die Daugava-Insel Zaķusala (übersetzt Haseninsel). Auf dieser Insel ist nichts. Außer dem Fernsehturm, dem Fernsehstudiohaus und Hasen und Füchsen (daher wohl auch der Name...). Aber mir scheint, die Insel dient in Riga als Verkehrsübungsplatz. Es geht ja auch nur gerade aus und eigentlich kommt einem nie was entgegen. Wir sind dann direkt auf den Turm zu marschiert. Dort angekommen stellten wir fest, dass es wirklich schwierig war dort hinein zu kommen. Ist nicht so wie beim Berliner Fernsehturm. Neee. Hier muss man beim Wachmann klingeln, der lässt einen dann ein. Wir konnten zum Glück eine lettische Familie verfolgen, sonst hätten wir wahrscheinlich nie hinein gefunden. Wir und die lettische Familie waren dann auch die einzigen Besucher. Es ging mit einem Fahrstuhl den schrägen Pfeiler nach oben auf etwa 100Meter. Höher geht es derzeit nicht, obwohl der Turm eigentlich 368,5m misst und somit höher ist, als der Berliner Fernsehturm und überhaupt ist er das dritthöchste Freistehende Gebäude in Europa. Was ich nicht alles weiß... Oben hat man dann einen ganz tollen Blick über die Haseninsel, die zwei Seiten der Daugava, über die Stadt und die Umgebung. Leicht getrübt allerdings durch wirklich dreckige Fenster. Meine bilder sind nicht so grau weil das Wetter schlecht war. Nein, weil die Fenster nicht geputzt waren! Der Besuch dort hat sich wirklich gelohnt, ich werde alle Rigabesucher dort hinschleppen. Schon allein, damit sie sagen können, die waren auf der Haseninsel ;-)
Nachmittags hab ich Nadin und Marcel zum Flughafen geschafft. Ein bisschen traurig war ich schon, aber das hat sich gegeben. Morgen steht wieder ein langer Unitag bevor. Ich mach es mir jetzt noch ein bisschen gemütlich, schaue mal, inwieweit mir das Internet noch meinen Willen lässt.
Ich bin gespannt, was diese Woche so bringt und dann melde ich mich sobald als möglich wieder.
Montag, 14. September 2009
Eine Woche ist mein letzter Blogeintrag nun her und ich überlege mir gerade, was eigentlich in den vergangen Tagen alles passiert ist. Man will ja nichts vergessen. Aber auf Grund meines vorangeschrittenen Alters und diverser anderer Faktoren (:D) bin ich nicht sicher, ob ich eigentlich noch alles vollständig zusammenbekomme.
Der letzte Dienstag war der erste richtige Unitag für mich. Gleich mit einer ganzen Vorlesung über Morphologie in Lettisch. Ich muss sagen, ich habe vielleicht ungefähr die Hälfte verstanden. Das ist doch schonmal gar nicht so schlecht. Das einzige was mich ein bisschen verschreckt hat, waren die Aussagen, dass wir drei Kontrollarbeiten schreiben und nur wenn wir die bestehen, dürfen wir auch an der Abschlussprüfung teilnehmen... Eigentlich brauchen Franzi und ich für Greifswald keine Prüfung, nur eine Hausarbeit, aber die Dozentin meinte, die Klausur müssten wir trotzdem mitschreiben. Nun bin ich doch mal sehr gespannt, wie das ganze sich entwickelt.
Nach der Vorlesung war dann der Einstufungstest für Russisch. Ich habe keine Ahnung, wie der für mich ausgegangen ist. 35 Seiten Multiple Choice, also Ankreuzen. Danach ist man erstmal ein bisschen geschädigt für den restlichen Tag. Allerdings hatte ich es da wohl noch einfach, andere, die den C1-Test gemacht haben, mussten 60 Seiten bearbeiten! Da hatte ich es doch wirklich entspannt. Anschließend gabs noch ein Treffen mit dem Fakultätsverantwortlichen für Austauschstudenten und dann war der Tag auch schon so ziemlich vorbei.
Mittwoch startete mit einem Kurs in Baltic Music. Ich denke, das wird eine ganz lustige Sache. Der Dozent ist sehr lustig und wohl als Komponist tätig. Mal sehen, wie ich mir den Kurs in Deutschland anrechnen lassen kann. Sonst mach ich den eben nur aus Spaß an der Freude. Wir werden sehen.
Die nächste Mittwochsveranstaltung, A history of Latvian Culture ist dann doch wieder ein bisschen ernster zu nehmen. Dort gibt es dann auch richtig was zu tun und Ausflüge in diverse Museen sind auch schon geplant.
Jaaaa und dann kam der Mittwochabend! Und der war doch schonmal definitiv ein Highlight meines Lettlandaufenthaltes. Fußballländerspiel Lettland vs. Schweiz. Und es ging richtig um was. Vorher gab es Abendessen bei Lutz und Armin und dann gings zum Stadion. Natürlich waren wir zu spät, dann waren wir auf der falschen Stadionseite und mussten einmal drum herum. Zum Glück ist das Rigaer Stadion nicht gerade besonders groß. Trotzdem haben wir den Einmarsch und die Hymnen verpasst. Aber was solls. Die erste Halbzeit gestaltete sich als recht langweilig. Aber dafür entschädigte dann die zweite Hälfte des Spiels in der Lettland sogar durchaus die Chance hatte, das Spiel zu gewinnen. Schade wirklich, dass es am Ende 2:2 ausging und somit Lettland in der WM-Qualifikation aus dem Rennen ist. Aber es war ein gutes Spiel, mit übermächtigen Schweizer Fans, die das Stadion dominierten. Schade, dass die Letten nicht gerade ein euphorisches Fußballvölkchen sind. Aber vielleicht wird das ja noch. Während ich hier bin gibt es Spiele vom FK Ventspils gegen Sporting Lissabon und auch -tada- gegen Hertha BSC. Da werde ich mir doch auf jeden Fall Karten besorgen. Muss mir nur noch überlegen, welchem Team ich eigentlich eher zugetan bin ;-) We will see.
Donnerstags war dann Latvian Literature angesagt. Leider wusste ich vieles aus der Vorlesung schon aus Deutschland. Aber vielleicht kommen ja noch ein paar Sachen dazu, die neu sind. Abwarten. Sonst ists eine leicht erhaltene gute Note :D
Donnerstag war dann auch das erste mal Lettisch. Da habe ich dann schon einiges gelernt, bin mir nur immer noch nicht sicher, welcher Gruppe ich nun eigentlich angehöre. Aber ich warte erstmal ab und teste noch ein bisschen aus.
Abends bin ich dann mit Naomi zum Pubcrawl gegangen. Allerdings haben wir uns den Anfang des Crawls, eine ein Schnitzeljagd durch die Kneipen gespart und sind gleich zum Zielpunkt gegangen. Das war entspannter. Ich stehe ja sowieso nicht auf solches Massenentertainment. Der Abend war dann noch sehr lang und feucht fröhlich. Habe jetzt auch endlich mal die berühmtbewüchtigte Erasmuslkneipe, Frenchbar kennengelernt. Sie ist ziemlich klein, billig und das Bier schmeckt nicht. Aber gut, man trifft viele Leute und durch die Raumgröße kommt man auch schnell miteinander in Kontakt... Zum Abschluss des Abends/der Nacht gabs dann noch eine abenteuerliche Heimfahrt zu fünft in einem Taxi, plus dem Fahrer, der sich offenbar auch nicht besonders gut in der Stadt auskannte und prompt falsch gefahren ist. Keine Ahnung, was der eigentlich geplant hatte. Als ich nach hause kam war es irgendwie halb fünf und ich bin gleich ins Bett gefallen. Zum Glück musste ich Freitag erst 14Uhr in die Uni und hatte somit genügend Zeit für einen erholsamen Schlaf. Trotzdem war ich -angeblich- wohl etwas abwesend den ganzen Tag. Aber was will man erwarten?! Müde und so ;-)
Die Freitagsvorlesung war dann auch ganz interessant. Obwohl wir erstmal zu spät gekommen sind, weil es in dieser Uni zwar einen Raum 210 und einen Raum 208 gibt, aber keine 209. Man kann ja auch nicht ahnen, dass die 209 in der 210 versteckt ist. Ein Raum im Raum also. Verrückt. Überhaupt ist das Unihauptgebäude ein bisschen merkwürdig aufgebaut. Ich glaube, irgendwann werde ich mich dort hoffnungslos verlaufen. Es gibt sogar einen "one and a half floor", wie Naomi festgestellt hat. Wirklich seltsam. Auch in der Philologischen Fakultät sind letzte Woche einige in einen Raum reingegangen und dann ganz woanders hervor gekommen. Seltsam seltsam. Schwarzes Loch? Wurmloch? Verrückte Vorgänge in der University of Latvia. Ich werde das im Auge behalten. Vermutlich bewegen sich hier auch Treppen und so.
Freitag hatte Britta, ehemalige Erasmusstudentin hier in Lettland nun eigentlich wieder in Greifswald, aber zu Besuch in Riga, Geburtstag. Da wurde natürlich auch ein bisschen gefeiert. Erst hier bei uns im Wohnheim und dann sind wir wieder losgezogen. French Bar, Fastfoodlokal, man kann ja nicht nur trinken und dann noch ein Club. Schön wars. Und ich war wieder erst ziemlich äh... früh im Bett, nachdem Britta mich in das perfekte Taxi gesetzt hat. 3 Lat bis zum Wohnheim, sonst haben wir immer 4 gezahlt. Der Fahrer war supernett und ist solange an der Einfahrt stehen geblieben, bis ich im Wohnheim war. Weil ich -laut ihm- ja in einer "gefährlichen Gegend" wohne. Aber sorgt euch nicht. Bisher ist mir noch nix passiert und ich habe auch vor, es dabei zu belassen. Samstag war dann nach all dem Partystress nicht mehr wirklich viel mit mir los. Eigentlich wollten wir auf den Fernsehturm, aber irgendwie sind wir nicht los gekommen. Ich hab nachmittags noch mit ein paar Jungs Bundesliga in einer Sportbar geschaut. Dortmund vs. Bayern. Mit Hardcore-Dortmundfans, die nach dem Spiel (1:5 für die Bayern) wirklich ziemlich genervt waren. Aber es war mal eine lustige Erfahrung, zu sehen wie Männer Bundesliga gucken. Vielleicht geh ich nächste Woche wieder.
Den restlichen Samstag habe ich entspannt. Abends mit Franzi ein paar Folgen Mila Superstar und die erste Sailor Moon Folge auf youtube geschaut. Da werden Kindheitserinnerungen wach. Hier im Wohnheim war es sehr ruhig, weil sich die meisten Erasmusler auf gemacht haben zur großen Welcome-Party. Viel trinken, Animationsspiele, nciht ganz so mein Ding. Darum bin ich hier geblieben. Außerdem wars reichlich teuer.
Und gestern haben wir Greifswalder dann mit Ingolfs Auto einen Ausflug gestartet. Es ging erst nach Jelgava, dort haben wir das Schloss angeschaut und in einer etwas seltsamen Bar gegessen. Aber es war lecker. Dann weiter nach Tervete, in den Märchen- und Zwergenwald. Ich bin ja nun wirklich kein Wanderfreund. Aber dort war es ganz lustig. Vorallem die Figuren im Wald waren total niedlich. Und den ganzen Tag an der frischen Luft zu verbringen, war auch mal richtig toll.
Heute ist nun Montag, für mich gibt es keine Uni, was ganz gut ist, weil ich nun, vermutlich dank der nun wieder genesenen Franzi, etwas kränklich bin. Zu allem Überfluss ist das Wetter heute draußen schlecht. Angeblich, so der Wetterbericht, scheint die Sonne. Haha. Grau und regnerisch. Aber was will man machen? ich werde wohl heute mal ein bisschen faul sein. Kann auch nicht schaden.
Zum abschluss noch eine Kleinigkeit aus der Rubrik: Lettische Kuriositäten. Habe ich berichtet, dass man hier alles einzeln kaufen kann? Jogurt nicht im viererpack und auch die Taschentücher gibt es einzeln. Ob das nötig ist bleibt fraglich. Aber es geht. Ich sende nun Grüße aus Riga und versuche, den nächsten Blog nicht solange auf zu schieben.
Der letzte Dienstag war der erste richtige Unitag für mich. Gleich mit einer ganzen Vorlesung über Morphologie in Lettisch. Ich muss sagen, ich habe vielleicht ungefähr die Hälfte verstanden. Das ist doch schonmal gar nicht so schlecht. Das einzige was mich ein bisschen verschreckt hat, waren die Aussagen, dass wir drei Kontrollarbeiten schreiben und nur wenn wir die bestehen, dürfen wir auch an der Abschlussprüfung teilnehmen... Eigentlich brauchen Franzi und ich für Greifswald keine Prüfung, nur eine Hausarbeit, aber die Dozentin meinte, die Klausur müssten wir trotzdem mitschreiben. Nun bin ich doch mal sehr gespannt, wie das ganze sich entwickelt.
Nach der Vorlesung war dann der Einstufungstest für Russisch. Ich habe keine Ahnung, wie der für mich ausgegangen ist. 35 Seiten Multiple Choice, also Ankreuzen. Danach ist man erstmal ein bisschen geschädigt für den restlichen Tag. Allerdings hatte ich es da wohl noch einfach, andere, die den C1-Test gemacht haben, mussten 60 Seiten bearbeiten! Da hatte ich es doch wirklich entspannt. Anschließend gabs noch ein Treffen mit dem Fakultätsverantwortlichen für Austauschstudenten und dann war der Tag auch schon so ziemlich vorbei.
Mittwoch startete mit einem Kurs in Baltic Music. Ich denke, das wird eine ganz lustige Sache. Der Dozent ist sehr lustig und wohl als Komponist tätig. Mal sehen, wie ich mir den Kurs in Deutschland anrechnen lassen kann. Sonst mach ich den eben nur aus Spaß an der Freude. Wir werden sehen.
Die nächste Mittwochsveranstaltung, A history of Latvian Culture ist dann doch wieder ein bisschen ernster zu nehmen. Dort gibt es dann auch richtig was zu tun und Ausflüge in diverse Museen sind auch schon geplant.
Jaaaa und dann kam der Mittwochabend! Und der war doch schonmal definitiv ein Highlight meines Lettlandaufenthaltes. Fußballländerspiel Lettland vs. Schweiz. Und es ging richtig um was. Vorher gab es Abendessen bei Lutz und Armin und dann gings zum Stadion. Natürlich waren wir zu spät, dann waren wir auf der falschen Stadionseite und mussten einmal drum herum. Zum Glück ist das Rigaer Stadion nicht gerade besonders groß. Trotzdem haben wir den Einmarsch und die Hymnen verpasst. Aber was solls. Die erste Halbzeit gestaltete sich als recht langweilig. Aber dafür entschädigte dann die zweite Hälfte des Spiels in der Lettland sogar durchaus die Chance hatte, das Spiel zu gewinnen. Schade wirklich, dass es am Ende 2:2 ausging und somit Lettland in der WM-Qualifikation aus dem Rennen ist. Aber es war ein gutes Spiel, mit übermächtigen Schweizer Fans, die das Stadion dominierten. Schade, dass die Letten nicht gerade ein euphorisches Fußballvölkchen sind. Aber vielleicht wird das ja noch. Während ich hier bin gibt es Spiele vom FK Ventspils gegen Sporting Lissabon und auch -tada- gegen Hertha BSC. Da werde ich mir doch auf jeden Fall Karten besorgen. Muss mir nur noch überlegen, welchem Team ich eigentlich eher zugetan bin ;-) We will see.
Donnerstags war dann Latvian Literature angesagt. Leider wusste ich vieles aus der Vorlesung schon aus Deutschland. Aber vielleicht kommen ja noch ein paar Sachen dazu, die neu sind. Abwarten. Sonst ists eine leicht erhaltene gute Note :D
Donnerstag war dann auch das erste mal Lettisch. Da habe ich dann schon einiges gelernt, bin mir nur immer noch nicht sicher, welcher Gruppe ich nun eigentlich angehöre. Aber ich warte erstmal ab und teste noch ein bisschen aus.
Abends bin ich dann mit Naomi zum Pubcrawl gegangen. Allerdings haben wir uns den Anfang des Crawls, eine ein Schnitzeljagd durch die Kneipen gespart und sind gleich zum Zielpunkt gegangen. Das war entspannter. Ich stehe ja sowieso nicht auf solches Massenentertainment. Der Abend war dann noch sehr lang und feucht fröhlich. Habe jetzt auch endlich mal die berühmtbewüchtigte Erasmuslkneipe, Frenchbar kennengelernt. Sie ist ziemlich klein, billig und das Bier schmeckt nicht. Aber gut, man trifft viele Leute und durch die Raumgröße kommt man auch schnell miteinander in Kontakt... Zum Abschluss des Abends/der Nacht gabs dann noch eine abenteuerliche Heimfahrt zu fünft in einem Taxi, plus dem Fahrer, der sich offenbar auch nicht besonders gut in der Stadt auskannte und prompt falsch gefahren ist. Keine Ahnung, was der eigentlich geplant hatte. Als ich nach hause kam war es irgendwie halb fünf und ich bin gleich ins Bett gefallen. Zum Glück musste ich Freitag erst 14Uhr in die Uni und hatte somit genügend Zeit für einen erholsamen Schlaf. Trotzdem war ich -angeblich- wohl etwas abwesend den ganzen Tag. Aber was will man erwarten?! Müde und so ;-)
Die Freitagsvorlesung war dann auch ganz interessant. Obwohl wir erstmal zu spät gekommen sind, weil es in dieser Uni zwar einen Raum 210 und einen Raum 208 gibt, aber keine 209. Man kann ja auch nicht ahnen, dass die 209 in der 210 versteckt ist. Ein Raum im Raum also. Verrückt. Überhaupt ist das Unihauptgebäude ein bisschen merkwürdig aufgebaut. Ich glaube, irgendwann werde ich mich dort hoffnungslos verlaufen. Es gibt sogar einen "one and a half floor", wie Naomi festgestellt hat. Wirklich seltsam. Auch in der Philologischen Fakultät sind letzte Woche einige in einen Raum reingegangen und dann ganz woanders hervor gekommen. Seltsam seltsam. Schwarzes Loch? Wurmloch? Verrückte Vorgänge in der University of Latvia. Ich werde das im Auge behalten. Vermutlich bewegen sich hier auch Treppen und so.
Freitag hatte Britta, ehemalige Erasmusstudentin hier in Lettland nun eigentlich wieder in Greifswald, aber zu Besuch in Riga, Geburtstag. Da wurde natürlich auch ein bisschen gefeiert. Erst hier bei uns im Wohnheim und dann sind wir wieder losgezogen. French Bar, Fastfoodlokal, man kann ja nicht nur trinken und dann noch ein Club. Schön wars. Und ich war wieder erst ziemlich äh... früh im Bett, nachdem Britta mich in das perfekte Taxi gesetzt hat. 3 Lat bis zum Wohnheim, sonst haben wir immer 4 gezahlt. Der Fahrer war supernett und ist solange an der Einfahrt stehen geblieben, bis ich im Wohnheim war. Weil ich -laut ihm- ja in einer "gefährlichen Gegend" wohne. Aber sorgt euch nicht. Bisher ist mir noch nix passiert und ich habe auch vor, es dabei zu belassen. Samstag war dann nach all dem Partystress nicht mehr wirklich viel mit mir los. Eigentlich wollten wir auf den Fernsehturm, aber irgendwie sind wir nicht los gekommen. Ich hab nachmittags noch mit ein paar Jungs Bundesliga in einer Sportbar geschaut. Dortmund vs. Bayern. Mit Hardcore-Dortmundfans, die nach dem Spiel (1:5 für die Bayern) wirklich ziemlich genervt waren. Aber es war mal eine lustige Erfahrung, zu sehen wie Männer Bundesliga gucken. Vielleicht geh ich nächste Woche wieder.
Den restlichen Samstag habe ich entspannt. Abends mit Franzi ein paar Folgen Mila Superstar und die erste Sailor Moon Folge auf youtube geschaut. Da werden Kindheitserinnerungen wach. Hier im Wohnheim war es sehr ruhig, weil sich die meisten Erasmusler auf gemacht haben zur großen Welcome-Party. Viel trinken, Animationsspiele, nciht ganz so mein Ding. Darum bin ich hier geblieben. Außerdem wars reichlich teuer.
Und gestern haben wir Greifswalder dann mit Ingolfs Auto einen Ausflug gestartet. Es ging erst nach Jelgava, dort haben wir das Schloss angeschaut und in einer etwas seltsamen Bar gegessen. Aber es war lecker. Dann weiter nach Tervete, in den Märchen- und Zwergenwald. Ich bin ja nun wirklich kein Wanderfreund. Aber dort war es ganz lustig. Vorallem die Figuren im Wald waren total niedlich. Und den ganzen Tag an der frischen Luft zu verbringen, war auch mal richtig toll.
Heute ist nun Montag, für mich gibt es keine Uni, was ganz gut ist, weil ich nun, vermutlich dank der nun wieder genesenen Franzi, etwas kränklich bin. Zu allem Überfluss ist das Wetter heute draußen schlecht. Angeblich, so der Wetterbericht, scheint die Sonne. Haha. Grau und regnerisch. Aber was will man machen? ich werde wohl heute mal ein bisschen faul sein. Kann auch nicht schaden.
Zum abschluss noch eine Kleinigkeit aus der Rubrik: Lettische Kuriositäten. Habe ich berichtet, dass man hier alles einzeln kaufen kann? Jogurt nicht im viererpack und auch die Taschentücher gibt es einzeln. Ob das nötig ist bleibt fraglich. Aber es geht. Ich sende nun Grüße aus Riga und versuche, den nächsten Blog nicht solange auf zu schieben.
Montag, 7. September 2009
Hier sind sie wieder, die neusten Neuigkeiten aus der Stadt, in der das Wetter ständig wechselt, die Frauen 20cm High Heels tragen und dreißig Katzen vor meiner Haustür sitzen. Oh je, ich überschlage mich hier gerade mit diversen Vorurteilen. Aber das stimmt wirklich. Aber vielleicht sage ich lieber, die Neuigkeiten aus der Metropole des Jugendstils. Das steht sogar im Reiseführer. Und es gibt hier wirklich ganz wundervolle Jugendstilbauten. Da möchte man nicht wissen, was die Restaurierung gekostet hat. Aber dazu hatte ich ja schonmal etwas geschrieben.
Rekapituliere ich doch einmal die letzten Tage. Soll heißen: Samstag abend, Sonntag und heute. Samstag abend hat Naomi ausgesprochen leckere Tortillas gemacht und wir hatten Armin und Lutz zu Besucht. Danach haben wir Mädels nochmal auf den Weg in die Stadt gemacht. Man höre und staune: die Jungs wollten sich unserer Kneipentour nicht anschließen. Wir waren dann noch bis morgens um vier unterwegs. Am Sonntag sollte es uns eigentlich nach Jurmala an den Strand führen. Darum standen wir entsprechend früh auf (ich merke immer, dass 4 Stunden Schlaf zwar okay, aber nicht wirklich ausreichend sind). Wir haben uns also aus dem Bett gequält und alles gepackt. Sogar Badesachen kamen in die Tasche. Als Gegensatz dazu habe ich auch schon meine Mütze aufgesetzt, wegen des kalten Windes hier. Nun wollten wir uns von Ingolf abholen lassen. Leider hat der sich mit seinem Auto total in Riga verfahren, war letztenendes ganz woanders als er eigentlich wollte und nach einer Stunde Warten haben wir beschlossen, dass wir uns doch besser in der Stadt treffen sollten. Mittlerweile hatte es natürlich angefangen zu gießen. Als Ingolf uns dann in der Stadt getroffen hat (zurück fand er erstaunlicherweise einfach) haben wir beschlossen, dass kein Strandwetter ist. Stattdessen führte es uns ins Okkupationsmuseum. Dort ist der Eintritt frei und die Ausstellung ist wirklich interessant. Ich bin still und leise einer Deutschen Reisegruppe nachgeschlichen und somit an noch mehr Informationen gekommen :) Für einen Tag ist das Museum aber zu komplex. Ich habe es auch nicht bis zum Ende geschafft, weil ich irgendwann schrecklichen Hunger bekam und mich total schlecht dabei fühlte über die schweren Besatzungszeiten Lettlands zu lesen, aber gleichzeitig konnte ich nur an meinen leeren Magen denken. Und ich werde ja auch immer grummelig, wenn ich hungrig bin. Ich werde also noch weitere Male ins Okkupationsmuseum gehen.
Danach gings essen. Pizza. Ich traue mich gar nicht zu sagen, wie oft ich mittlerweile schon Pizza gegessen habe, seit ich hier bin. Diesmal gabs allerdings als gesunden Ausgleich einen Salat dazu ;-) Für das Gewissen...
Anschließend war auf dem Domplatz die offzielle Einführung der Erstsemesterstudenten. Ich sage euch, das ist ein richtiges Event. Alle Fakultäten kommen mit ihren Eltern aus verschiedenen Richtungen in die Stadt marschiert, mit Schildern, gemeinsamen Tshirts und Plakaten. Es gibt Musik und jede Fakultät präsentiert sich in besonderer Weise. Die Medziner schieben einen "Verletzten" über den Platz, die Geografen seilen sich von einem Gebäude ab. Sowas in der Art. Nichts im Vergleich zur Ersti-Einführung in Greifswald... Natürlich gibt es trotzdem Reden, der Chor singt und der ganze offizielle Kram fehlt nicht. Aber auf Grund der Stimmung und vorallem wegen der eindrucksvollen Kulisse (vor dem Dom) ist es richtig beeindruckend. Anschließend sind dann alle mit den Dekanen ihrer Fakultät voran zur Universität gelaufen. Eigentlich sollte das ganze geordnet in dreierreihen ablaufen, aber das zerfiel dann irgendwie. Vor dem Freiheitsdenkmal legten die Dekane Blumen nieder und man hielt kurz inne. NAch dieser Einführung gab es dann noch eine Party im Unihauptgebäude, aber die haben wir ausfallen lassen. Zum einen wegen des Preises und des herrschenden Schlafmangels.
Zurück im Wohnheim wollten wir endliche unsere halbfertigen Stundenpläne machen. leider hatten nicht nur Franzi, Naomi und ich diese Idee, sondern wahrscheinlich das ganze Wohnheim. Internetverbindung war gleich null. Zum laden einer Seite konnte man getrost eine Dusche nehmen, solange hat das gedauert. Ich war schon richtig angenervt. Aber zu Guter letzt haben wir es geschafft, den Plan halbwegs zu vervollständigen.
Heute war nun der erste Unitag. Für mich war aber noch nicht soviel los. Ein Treffen um die Zeiten für den Lettischkurs festzusetzen. Das ist nicht gerade einfach, der eine hat ständig Vorlesungen, der andere will/kann nicht morgens, der dritte will nicht freitags und zu spät darf es natürlich auch nicht sein. Zu Guter letzt auch immer die Frage: Bin ich eigentlich B1 oder B2-Level? Schwierig schwierig.
Mittag gabs dann in der Unimensa und danach das Planungstreffen für Russisch. Da gibt es jedoch noch keine Zeiten, morgen wird erstmal ein Test geschrieben, welchem Level wir angehören. Gut so. Es ist also festzuhalten, dass ich jetzt einen einigermaßen ordentlichen Stundenplan habe und mich irgendwie schon auf die Uni und das alles freue. Mal sehen, wie lange das anhalten wird...
Übrigens wollte ich mich heute noch für den Floorball/Unihockey-Sportkurs anmelden, aber niemand hat uns gesagt, dass die Anmeldezeiten bis letzten Freitag waren :( Mal sehen, ob ich doch noch in den Kurs komme.
Vorhin war ich dann noch fix in einem Shoppingcenter mitten in der Stadt, allerdings sieht man von außen überhaupt nicht, wie groß das ist. Das sind zwei alte Stadthäuser, überdacht und durch Übergänge verbunden. Wirklich sehr schön.
Jetzt sitze ich in meinem Zimmer und genieße ein wenig die Ruhe, die man ohne Mitbewohnerin hat. Ich bin froh, mal das Zimmer für mich zu haben, obwohl Naomi wirklich eine 1A-Mitbewohnerin ist und ich mich nicht beschweren kann.
Morgen geht es schon weiter mit der Uni, eine Vorlesung ist auf Lettisch, ich werde mich berieseln lassen und hoffen, dass ich zumindest die Hälfte verstehe.
Nun werde ich mal mein Russisch testen, damit ich mich morgen nicht blamiere und bei den Anfängern eingestuft werde...
Sonnige Grüße aus Riga also!
Rekapituliere ich doch einmal die letzten Tage. Soll heißen: Samstag abend, Sonntag und heute. Samstag abend hat Naomi ausgesprochen leckere Tortillas gemacht und wir hatten Armin und Lutz zu Besucht. Danach haben wir Mädels nochmal auf den Weg in die Stadt gemacht. Man höre und staune: die Jungs wollten sich unserer Kneipentour nicht anschließen. Wir waren dann noch bis morgens um vier unterwegs. Am Sonntag sollte es uns eigentlich nach Jurmala an den Strand führen. Darum standen wir entsprechend früh auf (ich merke immer, dass 4 Stunden Schlaf zwar okay, aber nicht wirklich ausreichend sind). Wir haben uns also aus dem Bett gequält und alles gepackt. Sogar Badesachen kamen in die Tasche. Als Gegensatz dazu habe ich auch schon meine Mütze aufgesetzt, wegen des kalten Windes hier. Nun wollten wir uns von Ingolf abholen lassen. Leider hat der sich mit seinem Auto total in Riga verfahren, war letztenendes ganz woanders als er eigentlich wollte und nach einer Stunde Warten haben wir beschlossen, dass wir uns doch besser in der Stadt treffen sollten. Mittlerweile hatte es natürlich angefangen zu gießen. Als Ingolf uns dann in der Stadt getroffen hat (zurück fand er erstaunlicherweise einfach) haben wir beschlossen, dass kein Strandwetter ist. Stattdessen führte es uns ins Okkupationsmuseum. Dort ist der Eintritt frei und die Ausstellung ist wirklich interessant. Ich bin still und leise einer Deutschen Reisegruppe nachgeschlichen und somit an noch mehr Informationen gekommen :) Für einen Tag ist das Museum aber zu komplex. Ich habe es auch nicht bis zum Ende geschafft, weil ich irgendwann schrecklichen Hunger bekam und mich total schlecht dabei fühlte über die schweren Besatzungszeiten Lettlands zu lesen, aber gleichzeitig konnte ich nur an meinen leeren Magen denken. Und ich werde ja auch immer grummelig, wenn ich hungrig bin. Ich werde also noch weitere Male ins Okkupationsmuseum gehen.
Danach gings essen. Pizza. Ich traue mich gar nicht zu sagen, wie oft ich mittlerweile schon Pizza gegessen habe, seit ich hier bin. Diesmal gabs allerdings als gesunden Ausgleich einen Salat dazu ;-) Für das Gewissen...
Anschließend war auf dem Domplatz die offzielle Einführung der Erstsemesterstudenten. Ich sage euch, das ist ein richtiges Event. Alle Fakultäten kommen mit ihren Eltern aus verschiedenen Richtungen in die Stadt marschiert, mit Schildern, gemeinsamen Tshirts und Plakaten. Es gibt Musik und jede Fakultät präsentiert sich in besonderer Weise. Die Medziner schieben einen "Verletzten" über den Platz, die Geografen seilen sich von einem Gebäude ab. Sowas in der Art. Nichts im Vergleich zur Ersti-Einführung in Greifswald... Natürlich gibt es trotzdem Reden, der Chor singt und der ganze offizielle Kram fehlt nicht. Aber auf Grund der Stimmung und vorallem wegen der eindrucksvollen Kulisse (vor dem Dom) ist es richtig beeindruckend. Anschließend sind dann alle mit den Dekanen ihrer Fakultät voran zur Universität gelaufen. Eigentlich sollte das ganze geordnet in dreierreihen ablaufen, aber das zerfiel dann irgendwie. Vor dem Freiheitsdenkmal legten die Dekane Blumen nieder und man hielt kurz inne. NAch dieser Einführung gab es dann noch eine Party im Unihauptgebäude, aber die haben wir ausfallen lassen. Zum einen wegen des Preises und des herrschenden Schlafmangels.
Zurück im Wohnheim wollten wir endliche unsere halbfertigen Stundenpläne machen. leider hatten nicht nur Franzi, Naomi und ich diese Idee, sondern wahrscheinlich das ganze Wohnheim. Internetverbindung war gleich null. Zum laden einer Seite konnte man getrost eine Dusche nehmen, solange hat das gedauert. Ich war schon richtig angenervt. Aber zu Guter letzt haben wir es geschafft, den Plan halbwegs zu vervollständigen.
Heute war nun der erste Unitag. Für mich war aber noch nicht soviel los. Ein Treffen um die Zeiten für den Lettischkurs festzusetzen. Das ist nicht gerade einfach, der eine hat ständig Vorlesungen, der andere will/kann nicht morgens, der dritte will nicht freitags und zu spät darf es natürlich auch nicht sein. Zu Guter letzt auch immer die Frage: Bin ich eigentlich B1 oder B2-Level? Schwierig schwierig.
Mittag gabs dann in der Unimensa und danach das Planungstreffen für Russisch. Da gibt es jedoch noch keine Zeiten, morgen wird erstmal ein Test geschrieben, welchem Level wir angehören. Gut so. Es ist also festzuhalten, dass ich jetzt einen einigermaßen ordentlichen Stundenplan habe und mich irgendwie schon auf die Uni und das alles freue. Mal sehen, wie lange das anhalten wird...
Übrigens wollte ich mich heute noch für den Floorball/Unihockey-Sportkurs anmelden, aber niemand hat uns gesagt, dass die Anmeldezeiten bis letzten Freitag waren :( Mal sehen, ob ich doch noch in den Kurs komme.
Vorhin war ich dann noch fix in einem Shoppingcenter mitten in der Stadt, allerdings sieht man von außen überhaupt nicht, wie groß das ist. Das sind zwei alte Stadthäuser, überdacht und durch Übergänge verbunden. Wirklich sehr schön.
Jetzt sitze ich in meinem Zimmer und genieße ein wenig die Ruhe, die man ohne Mitbewohnerin hat. Ich bin froh, mal das Zimmer für mich zu haben, obwohl Naomi wirklich eine 1A-Mitbewohnerin ist und ich mich nicht beschweren kann.
Morgen geht es schon weiter mit der Uni, eine Vorlesung ist auf Lettisch, ich werde mich berieseln lassen und hoffen, dass ich zumindest die Hälfte verstehe.
Nun werde ich mal mein Russisch testen, damit ich mich morgen nicht blamiere und bei den Anfängern eingestuft werde...
Sonnige Grüße aus Riga also!
Samstag, 5. September 2009
Das Jubiläum von einer Woche hiersein ist vorüber, heute ist Samstag und am Montag fängt dann auch die Uni an. Ich bin sehr gespannt, wie das so wird, denn bisher habe ich noch nicht mal meinen Stundenplan fertig gemacht.
Gestern war das Introducing Meeting. Jetzt haben wir eine Liste von Englischen Kursen die wir belegen können, wissen, wie das mit dem Anmelden für die Kurse funktioniert. Außerdem haben wir jetzt eine ungefähre Ahnung, wo was unimäßig zu finden ist (Fakultäten und Institute und sowas). Zu all diesen Infos haben wir noch eine lustige Liste mit Fotos von allen Austauschstudenten bekommen. Ich bin wirklich überrascht, wo die alle herkommen. Japan, Korea, USA, Georgien, natürlich aus ganz Europa. Es ist wirklich beeindruckend. Es ist also echt international hier. Nach dem Meeting waren wir dann mit ein paar anderen Studenten bei einem Floorballspiel. Nachdem wir allerdings erstmal zum falschen Sportzentrum marschiert sind hätten wir fast den Beginn des Spiels verpasst.
Wisst ihr eigentlich was Floorball ist? Unihockey, würden wir es nennen. ZK Riga hat gegen Rubene gespielt. Warum wir bei dem Spiel waren? Weil einer der Betreuer der Studenten für ZK Riga spielt und uns eingeladen hat. Es war auch wirklich total witzig. Nie im Leben hätte ich gedacht, dass so ein Spiel so interessant sein kann. Dümpelte es zu Beginn noch ein wenig vor sich hin wurde es doch dann immer spannender. Zwischenzeitlich lag Riga mit 4:1 zurück, aber dank einem starken letzten Drittel und einer riskanten Strategie der Gegner (stärken wir die Offensive und nehmen den Torwart raus) hat Riga doch noch mit 4:8 gewonnen. Ich war wirklich beeindruckt. Die Stimmung war auch richtig klasse und ich bin seit gestern ein großer Floorball-Fan. Ich überlege mir sogar, mir hier einen Sportkurs zu suchen. Mal sehen, ob es einen für Anfänger gibt. Nach dem Spiel waren wir noch am Domplatz in einer Bar, haben draußen gesessen und einem Mann gelauscht, der auf einem LKW sitzend Musik gemacht hat. Wir Mädels (Franzi, Naomi und ich, sowie zwei Lettinnen von den Betreuern) haben uns dann aber schon gegen elf auf den Heimweg gemacht. Wir wissen nicht warum, aber wir sind ständig müde hier. Zuhause hatte Naomi noch die grandiose Idee, nachts um zwölf Nudeln zu kochen. Das ist doch mal was.
Heute waren wir auf dem Markt, haben für heute abend ein paar andere Erasmusler zum Essen eingeladen. Ich finde es richtig lustig, alles zu bestellen und den günstigsten Stand zu suchen.
Mir ist nun zum ersten Mal aufgefallen, dass Großstädte ein gefährliches Pflaster sind. Erst gab es eine halbe Schlägerei an der Bushaltestelle und dann hat irgendwer meinen Rucksack aufgemacht und ich habs erst im Bus bemerkt. Naja. Zum Glück trage ich die wichtigen Dinge immer am Mann oder nehm sie gar nicht erst mit. Aber gut. Sowas kann mir überall passieren und trotzdem fühle ich mich nach wie vor sehr wohl.
Mir sind wieder ein paar interessante Dinge aufgefallen.
Hier gibt es ja immer diese Spielhallen. Die heißen eigentlich Laimetaava, was soviel heißt wie Glück machen oder sowas. Sehr passend. Passend zum Thema Glück gibt es hier auch "Laima"-Schokolade. "Laima" ist das Glück und das passt doch wirklich gut zu Schokolade.
Weiterhin habe ich fest gestellt, dass ich hier unweit der Lomonossow Iela wohne, das ist ja fast wie zuhause in Greifswald :)
Naomi hat vor einigen Tagen bemerkt, dass amerikanisches Papier kleiner ist, als europäisches und ich dachte ja immer, für sowas gäbe es Einheitsgrößen.
Und wo ich gerade von Naomi spreche: Vor ein paar Tagen haben wir versucht ihr das Wort Nachtbar bei zu bringen. Sie sagte immer "Nacktbar" und wunderte sich, warum ich darüber lachen musste :)
Mittlerweile habe ich auch einen Großeinkauf gemacht und bin nun stolze Besitzerin zweier neuer Handtücher und von Kindergeschirr. Das hier ist ab und an doch ein bisschen bäh wenn es von 30 Leuten oder so genutzt wird.
So, das wars dann glaube ich erstmal. Ich werde mich jetzt mal hinsetzen und ein bisschen an meinem Stundenplan basteln. Das wird sicherlich auch noch reichlich abenteuerlich.
Ich schicke liebe Grüße aus Riga, das heute allerdings ein klein wenig trist und grau ist.
Gestern war das Introducing Meeting. Jetzt haben wir eine Liste von Englischen Kursen die wir belegen können, wissen, wie das mit dem Anmelden für die Kurse funktioniert. Außerdem haben wir jetzt eine ungefähre Ahnung, wo was unimäßig zu finden ist (Fakultäten und Institute und sowas). Zu all diesen Infos haben wir noch eine lustige Liste mit Fotos von allen Austauschstudenten bekommen. Ich bin wirklich überrascht, wo die alle herkommen. Japan, Korea, USA, Georgien, natürlich aus ganz Europa. Es ist wirklich beeindruckend. Es ist also echt international hier. Nach dem Meeting waren wir dann mit ein paar anderen Studenten bei einem Floorballspiel. Nachdem wir allerdings erstmal zum falschen Sportzentrum marschiert sind hätten wir fast den Beginn des Spiels verpasst.
Wisst ihr eigentlich was Floorball ist? Unihockey, würden wir es nennen. ZK Riga hat gegen Rubene gespielt. Warum wir bei dem Spiel waren? Weil einer der Betreuer der Studenten für ZK Riga spielt und uns eingeladen hat. Es war auch wirklich total witzig. Nie im Leben hätte ich gedacht, dass so ein Spiel so interessant sein kann. Dümpelte es zu Beginn noch ein wenig vor sich hin wurde es doch dann immer spannender. Zwischenzeitlich lag Riga mit 4:1 zurück, aber dank einem starken letzten Drittel und einer riskanten Strategie der Gegner (stärken wir die Offensive und nehmen den Torwart raus) hat Riga doch noch mit 4:8 gewonnen. Ich war wirklich beeindruckt. Die Stimmung war auch richtig klasse und ich bin seit gestern ein großer Floorball-Fan. Ich überlege mir sogar, mir hier einen Sportkurs zu suchen. Mal sehen, ob es einen für Anfänger gibt. Nach dem Spiel waren wir noch am Domplatz in einer Bar, haben draußen gesessen und einem Mann gelauscht, der auf einem LKW sitzend Musik gemacht hat. Wir Mädels (Franzi, Naomi und ich, sowie zwei Lettinnen von den Betreuern) haben uns dann aber schon gegen elf auf den Heimweg gemacht. Wir wissen nicht warum, aber wir sind ständig müde hier. Zuhause hatte Naomi noch die grandiose Idee, nachts um zwölf Nudeln zu kochen. Das ist doch mal was.
Heute waren wir auf dem Markt, haben für heute abend ein paar andere Erasmusler zum Essen eingeladen. Ich finde es richtig lustig, alles zu bestellen und den günstigsten Stand zu suchen.
Mir ist nun zum ersten Mal aufgefallen, dass Großstädte ein gefährliches Pflaster sind. Erst gab es eine halbe Schlägerei an der Bushaltestelle und dann hat irgendwer meinen Rucksack aufgemacht und ich habs erst im Bus bemerkt. Naja. Zum Glück trage ich die wichtigen Dinge immer am Mann oder nehm sie gar nicht erst mit. Aber gut. Sowas kann mir überall passieren und trotzdem fühle ich mich nach wie vor sehr wohl.
Mir sind wieder ein paar interessante Dinge aufgefallen.
Hier gibt es ja immer diese Spielhallen. Die heißen eigentlich Laimetaava, was soviel heißt wie Glück machen oder sowas. Sehr passend. Passend zum Thema Glück gibt es hier auch "Laima"-Schokolade. "Laima" ist das Glück und das passt doch wirklich gut zu Schokolade.
Weiterhin habe ich fest gestellt, dass ich hier unweit der Lomonossow Iela wohne, das ist ja fast wie zuhause in Greifswald :)
Naomi hat vor einigen Tagen bemerkt, dass amerikanisches Papier kleiner ist, als europäisches und ich dachte ja immer, für sowas gäbe es Einheitsgrößen.
Und wo ich gerade von Naomi spreche: Vor ein paar Tagen haben wir versucht ihr das Wort Nachtbar bei zu bringen. Sie sagte immer "Nacktbar" und wunderte sich, warum ich darüber lachen musste :)
Mittlerweile habe ich auch einen Großeinkauf gemacht und bin nun stolze Besitzerin zweier neuer Handtücher und von Kindergeschirr. Das hier ist ab und an doch ein bisschen bäh wenn es von 30 Leuten oder so genutzt wird.
So, das wars dann glaube ich erstmal. Ich werde mich jetzt mal hinsetzen und ein bisschen an meinem Stundenplan basteln. Das wird sicherlich auch noch reichlich abenteuerlich.
Ich schicke liebe Grüße aus Riga, das heute allerdings ein klein wenig trist und grau ist.
Mittwoch, 2. September 2009
Nachtrag
Was ich vergaß aber für erwähnenswert halte, weil es mich persönlich so überrascht hat: Gestern war der 1. September, der Tag an dem in Lettland traditionell die Schule beginnt. Alle Schüler hatten sich schick herausgeputzt, mit Anzug und Krawatte, die Mädels mit Bluse und so und sind zur Schule gegangen. Jeder mit einer Blume für die Klassenlehrer, ich wette bei denen sieht es jetzt aus, wie in einem Blumenladen. Das wurde zum Teil sogar im TV übertragen!
Verrücktes Lettland. Nachmittags hingen dann alle in ihren schicken Klamotten in der Stadt rum. Witziger Anblick.
Verrücktes Lettland. Nachmittags hingen dann alle in ihren schicken Klamotten in der Stadt rum. Witziger Anblick.
Morgen bin ich nun eine Woche hier in Latvija. Es ist schon irgendwie unglaublich. Einerseits fühle ich mich, als würde ich Urlaub machen, weil die Uni noch nicht angefangen hat und ich den ganzen Tag nichts richtiges mache, aber andererseits ist mir, als wäre ich schon ewig hier. Das liegt wohl daran, dass sich hier eine gewisse Routine breit gemacht hat. In die Stadt fahren, rumgucken, Fotos machen, einkaufen, kochen... Es ist, als hätte ich nie etwas anderes gemacht. Mittlerweile bin keine ich die Strecke von unserem Bus (Trolejbus 15) in die Stadt so gut, dass ich nicht mehr auf die Ansagen hören muss. Habe ich eigentlich von dem Ticketsystem für den Bus erzählt? Man kann einmal normale Tickets bei Fahrer kaufen (0,50 Lats) aber man kann auch Mehrfahrten-Talons kaufen. Das sind Karten auf denen mehrer Fahrten sind und sobald man einen Bus besteigt, muss man sie vor so einen Automaten halten, der Piepst und zeigt an, wieviele Fahrten man noch hat. Blöd ist natürlich, dass man das jedesmal machen muss, auch wenn man nur umsteigt und eigentlich noch gar nicht dort ist, wo man hin will. Aber der Bus zur Uni ist eh direkt, da muss ich nicht umsteigen.
Ich denke jedenfalls, dass dieses System mit diesem "Piepser" sehr technisiert und fortschrittlich ist :) aber ich freue mich trotzdem darauf, bald mal ein richtiges Monatsticket zu bekommen. Auf die Dauer sind diese Mehrfahrtenkarten nämlich richtig teuer.
Hier in Riga ist immer noch alles schick. Ich fühle mich nach wie vor wohl, obwohl es ein wenig seltsam ist, mit sovielen Leuten zusammen zu leben und die Hälfte davon grüßt nicht mal, wenn man sich auf dem Gang oder im Bad begnet. Das ist wirklich schade. Da kannst du Guten Tag in allen möglichen Sprachen sagen, aber es kommt nichts zurück. Ich hoffe, dass wird noch.
Heute war auch mal wieder was, dass mich daran erinnerte, warum ich eigentlich meine eigene Wohnung und mein eigenes Klo bevorzuge. Ich komme aus der Stadt und muss dringend aufs Klo und dann stehen da zwei Typen, pinkeln im Stehen und die Türen sind sperrangelweit geöffnet. Klar, ich weiß wie sowas aussieht, aber es gibt Sachen, die kann man doch für sich behalten :) Trotzdem, es hat was, dieses zusammenwohnen hier.
Gestern waren wir auf dem Markt und haben festgestellt, dass Obst und Gemüse dort wesentlich billiger sind, als wenn man sie um Supermarkt kauft. Ich fand es total urig, wie dort die Babuschkas (ich kann mir nicht helfen, die Damen sehen für mich wie richtige Babuschkas aus) ihre Waren an den Mann/die Frau gebracht haben.
Abends waren wir dann auf dem Konzert im Studentenclub hier. Ich mag den Club, werde sicher noch öfter dorthin gehen. Wir haben uns da mit zwei anderen Erasmusstudenten getroffen und mit Ingolf, der mittlerweile mit dem Auto auch den Weg aus Deutschland hierher gefunden hat. Das Konzert war ganz okay, drei Bands für zwei Lats und dazwischen gute Musik. Die letzte Band, die berühmte lettische Band Astro'n'out, von der wir uns unheimlich viel erwartet haben, hat uns dann doch mehr als enttäuscht. War die Musik doch relativ langweilig und als es dann an die Zugaben ging, gabs nochmal die Lieder, die sie zu Beginn gespielt haben. Schade, schade, da hätte mehr draus werden können. Trotzdem: der Abend war sehr sehr lustig, Tanzen mit Naomi ist wirklich eine Erfahrung ... Ihrem Tanzstil sieht man an, dass sie Amerikanerin ist. Nachdem wir dann den Studentenclub verlassen hatten, wollten wir noch was trinken gehen, es war um zwei in der Nacht. Dieses Vorhaben stellte sich als reichlich schwierig heraus. Um die Zeit bekommt man in der Woche kaum noch was in Riga. Aber wir wurden fündig. Und haben den Abend in der "schwarzen Katze" noch gemütlich ausklingen lassen.
Heute lagen wir dann bis Mittags in den Betten, obwohl schon mächtig Lärm auf unserem Flur war. Zum späten Frühstück hat Naomi uns Scrambled Eggs gezaubert und dann haben wir uns mit ihrem "Buddy" in der Stadt getroffen. Alles in allem war das wieder ein schöner, wenn auch recht kurzer Tag, weil wir jetzt schon wieder müde sind. Naomi und ich haben vorhin eindeutig zuviel Wein getrunken. Soviel, dass wir fast ihre Visakarte im Restaurant vergessen hätten. Zum Glück ist uns die nette Kellnerin nachgelaufen. Jetzt bin ich gespannt, was die nächsten Tage so bringen. Freitag ist Introducingmeeting für die Exchange-Students. Ich hoffe, da klären sich dann einige Sachen in Bezug auf Uni und so. We will see.
Ansonsten vielleicht noch ein paar kleine Beobachtungen aus dem lettischen Leben. Der McDonalds in der Stadt hat die ganze Nacht geöffnet, für die Nachtschwärmer unter den Bewohnern, ebenso das Starbucks-ähnliche Restaurant Double Coffee, dass wirklich leckere Kaffeemischungen hat.
An jeder Ecke ist hier eine Spielhölle und nachts schläft die Kommandante in ihrem Pförtnerhäuschen und muss aufspringen, wenn Wohnheimbewohner kommen, weil nachts die Einlasschipkarten offenbar nicht funktionieren. Die Post landet im Wohnheim auf einem Tisch im Foyer und man muss gucken, ob etwas für einen dort liegt, für Pakete gibts Abholscheine.
Nun denn, ich bin müde. Der Wein hat mich duselig gemacht. Gute Nacht allerseits.
Ich denke jedenfalls, dass dieses System mit diesem "Piepser" sehr technisiert und fortschrittlich ist :) aber ich freue mich trotzdem darauf, bald mal ein richtiges Monatsticket zu bekommen. Auf die Dauer sind diese Mehrfahrtenkarten nämlich richtig teuer.
Hier in Riga ist immer noch alles schick. Ich fühle mich nach wie vor wohl, obwohl es ein wenig seltsam ist, mit sovielen Leuten zusammen zu leben und die Hälfte davon grüßt nicht mal, wenn man sich auf dem Gang oder im Bad begnet. Das ist wirklich schade. Da kannst du Guten Tag in allen möglichen Sprachen sagen, aber es kommt nichts zurück. Ich hoffe, dass wird noch.
Heute war auch mal wieder was, dass mich daran erinnerte, warum ich eigentlich meine eigene Wohnung und mein eigenes Klo bevorzuge. Ich komme aus der Stadt und muss dringend aufs Klo und dann stehen da zwei Typen, pinkeln im Stehen und die Türen sind sperrangelweit geöffnet. Klar, ich weiß wie sowas aussieht, aber es gibt Sachen, die kann man doch für sich behalten :) Trotzdem, es hat was, dieses zusammenwohnen hier.
Gestern waren wir auf dem Markt und haben festgestellt, dass Obst und Gemüse dort wesentlich billiger sind, als wenn man sie um Supermarkt kauft. Ich fand es total urig, wie dort die Babuschkas (ich kann mir nicht helfen, die Damen sehen für mich wie richtige Babuschkas aus) ihre Waren an den Mann/die Frau gebracht haben.
Abends waren wir dann auf dem Konzert im Studentenclub hier. Ich mag den Club, werde sicher noch öfter dorthin gehen. Wir haben uns da mit zwei anderen Erasmusstudenten getroffen und mit Ingolf, der mittlerweile mit dem Auto auch den Weg aus Deutschland hierher gefunden hat. Das Konzert war ganz okay, drei Bands für zwei Lats und dazwischen gute Musik. Die letzte Band, die berühmte lettische Band Astro'n'out, von der wir uns unheimlich viel erwartet haben, hat uns dann doch mehr als enttäuscht. War die Musik doch relativ langweilig und als es dann an die Zugaben ging, gabs nochmal die Lieder, die sie zu Beginn gespielt haben. Schade, schade, da hätte mehr draus werden können. Trotzdem: der Abend war sehr sehr lustig, Tanzen mit Naomi ist wirklich eine Erfahrung ... Ihrem Tanzstil sieht man an, dass sie Amerikanerin ist. Nachdem wir dann den Studentenclub verlassen hatten, wollten wir noch was trinken gehen, es war um zwei in der Nacht. Dieses Vorhaben stellte sich als reichlich schwierig heraus. Um die Zeit bekommt man in der Woche kaum noch was in Riga. Aber wir wurden fündig. Und haben den Abend in der "schwarzen Katze" noch gemütlich ausklingen lassen.
Heute lagen wir dann bis Mittags in den Betten, obwohl schon mächtig Lärm auf unserem Flur war. Zum späten Frühstück hat Naomi uns Scrambled Eggs gezaubert und dann haben wir uns mit ihrem "Buddy" in der Stadt getroffen. Alles in allem war das wieder ein schöner, wenn auch recht kurzer Tag, weil wir jetzt schon wieder müde sind. Naomi und ich haben vorhin eindeutig zuviel Wein getrunken. Soviel, dass wir fast ihre Visakarte im Restaurant vergessen hätten. Zum Glück ist uns die nette Kellnerin nachgelaufen. Jetzt bin ich gespannt, was die nächsten Tage so bringen. Freitag ist Introducingmeeting für die Exchange-Students. Ich hoffe, da klären sich dann einige Sachen in Bezug auf Uni und so. We will see.
Ansonsten vielleicht noch ein paar kleine Beobachtungen aus dem lettischen Leben. Der McDonalds in der Stadt hat die ganze Nacht geöffnet, für die Nachtschwärmer unter den Bewohnern, ebenso das Starbucks-ähnliche Restaurant Double Coffee, dass wirklich leckere Kaffeemischungen hat.
An jeder Ecke ist hier eine Spielhölle und nachts schläft die Kommandante in ihrem Pförtnerhäuschen und muss aufspringen, wenn Wohnheimbewohner kommen, weil nachts die Einlasschipkarten offenbar nicht funktionieren. Die Post landet im Wohnheim auf einem Tisch im Foyer und man muss gucken, ob etwas für einen dort liegt, für Pakete gibts Abholscheine.
Nun denn, ich bin müde. Der Wein hat mich duselig gemacht. Gute Nacht allerseits.
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