Ja mal abgesehen von den Menschenmassen, was hatte der heutige Tag sonst noch so zu bieten? Eine ganze Menge, aber ich habe mich nur an zwei Dingen beteiligt: der Militärparade und dem Feuerwerk.
Heute 14Uhr marschierte das lettische Militär auf der 11. Novembra Krastmala. Einer ansonsten sehr sehr stark befahrenen Straße am Ufer der Daugava entlang. Rechts und links der Straße standen die Massen um sich das Spektakel anzusehen. Leider war ich etwas spät dran und hatte einen eher schlechten Platz. Aber für einige Sekunden konnte ich zwischen den Köpfen meiner Vordermänner das Geschehen beobachten. Erst marschierten die verschiedenen Abteilungen auf (Marine und Co.) dann -für mich und die vielen kleinen Kinder das Highlight (vorallem weil man es am Besten sehen konnte)- ließen sie ihre drei Kampfhubschrauber starten. Wirklich beeindruckend. Dem folgte dann ein Vorbeifahren der verschiedenen Militärfahrzeuge. Ich bin ja sonst nicht martialisch oder kriegerisch... aber irgendwie war das ganze ein bisschen beeindruckend. Vorallem, weil die Leute das ganze auch so begeistert beobachtet haben. Ich glaube, für die Letten ist das der ganze Stolz.
Hier ein paar Eindrücke des Geschehens. Die pure Idylle nicht wahr?! ;-)
Anschließend habe ich mich auf gemacht mich mit den Massen durch die Altstadt zu schieben um mich mit Naomi und einer Norwegerin zu treffen (deren Name mir leider wieder entfallen ist). Nachdem ich zu spät los gemacht hatte haben wir uns bei der Parade nämlich nicht mehr gefunden (welche Überraschung...). Dabei bin ich noch am Freiheitsdenkmal vorbei gekommen und dort waren ja auch nochmal soviele Mensche. Man hat Blumen niedergelegt und Fotos geschossen. Ich habe noch nie soviele Blumen an einem Denkmal gesehen.
Nachdem wir Kaffee trinken waren, haben wir uns erstmal wieder auf den Heimweg gemacht. Es gab noch einiges für die Uni zu tun.
Abends habe ich mich dann wieder aufgemacht, um mir das Feuerwerk anzusehen. Eigentlich wollte Naomi auch mit, aber sie fürchtete sich vor dem überfüllten Bus. Aber ganz ehrlich, das war echt extrem heute. Es ist wirklich unglaublich wieviele Leute in diese Busse passen. Man muss nur genug drängeln und schieben. Da ist die FrenchBar nix dagegen!
In der Stadt hat mich dann aber das Feuerwerk für alles entschuldigt. Auch wenn es nur ungefähr 10 Minuten lang war. Aber wir haben Krise, da will ich mal nicht meckern. Eigentlich wollte ich mich dort noch mit Freunden treffen, aber inmitten der Menschenmengen haben wir uns nicht gefunden und schließlich beschlossen aufzugeben. Ich habe dann das Feuerwerk alleine genossen. Auch mal ganz schön.
Danach bin ich noch ein bisschen durch die Stadt gelaufen und hab noch ein wenig das Festival of Lights genossen. Das ist ja zur Zeit in Riga. Da gibt es richtig geniale Sachen. Bilder werden auf Gebäude projeziert, der Pulverturm hat plötzlich Augen, im Park hängen seltsame Dinge in den Bäumen, die Uni erstrahlt in einem seltsamen Blau. Die Stadt ist zur Zeit sehr schön.
Ja. Die Heimfahrt vorhin im Bus war dann eher unlustig. Voll, voller, aml vollsten könnte man da wohl sagen. Ich bekomme bestimmt einen blauen Fleck am Arm, weil mich besonders Eifrige gegen die Festhaltestangen geschubst haben. Aber ich will ja nicht jammern ;-)
Ja und was ist sonst noch passiert die letzten Tage?
Am Freitag war ich mit Naomi bei einem Chorkonzert in der Uni, wir hatten da ja schonmal eines gesehen, das war nicht so toll. Aber diesmal war es wirklich beeindruckend. Lag vielleicht daran, dass wir uns den Lettischen Staatschor angehört haben. Ich wusste nicht, dass es einen Staatschor gibt. Haben wir sowas in Deutschland auch?
Samstag war ich mit Ingolf bei einem Basketballspiel. Leider war es wieder in der Arena, die war natürlich nicht mal zur Hälfte gefüllt und dementsprechend war auch die Stimmung. Das Spiel war dabei sogar gut. Und spannend. Mit Verlängerung. In der VEF Riga dann leider mit vier Punkten verloren hat.
Sonntag haben Ingolf und ich einen Ausflug nach Mežotne und Bauska gemacht und uns die dortigen Schlösser angeschaut. War sehr schön. Zumal Sonntag auch noch richtig tolles Wetter war. Bauska ist ein ganz süßes Städtchen. In dem man allerdings nichts zu essen findet. Aber sonst war es wirklich schön. Die Landschaft war toll (dort fließen Mūsa und Mēmele zusammen zur Lielupe), teilweise kam ich mir auch vor wie im Auenland. Oder irgendwo in Irland. War alles so grün. Und in Mežotne konnte ich schaukeln. Toll oder?
Ich hatte also wieder ein sehr ausgefülltes Wochenende.
Gestern, also am Dienstag war die Uni schon ab 14Uhr geschlossen. Das ist wohl so Tradition vor dem Nationalfeiertag heute. Sollte mir nur recht sein, denn somit viel abends der Sprachkurs aus und ich hatte ab Mittag frei, frei, frei! Ich war dann noch bei der Post und Eishockeykarten kaufen, denn -juhuuuu- ab morgen sind wieder ein paar Eishockeyspiele in der Stadt! Ich freu mich enorm. Hatte schon fast Entzug :D Ja, gestern abend waren wir dann erst was essen (gar nicht so einfach um 11 noch was zu finden, außer Pelmeni, Heßburger oder McDonalds) und haben uns danach noch mit ein paar anderen getroffen. Waren in der Radiobar tanzen. Trinken konnte man dort nicht. 2,50Lat für ein Bier. Also das ist mal echt teures Bier. War aber ein sehr lustiger Abend mit viel Spaß.
Ja, ansonsten sind mir wieder einige Dinge aufgefallen, die ich, glaube ich, noch nicht erwähnt habe.
In der Uni gibt es eine Garderobe, wo man während seiner Vorlesungen seine Klamotten lassen kann. Toll oder?
Auf meinem Weg durch den Park habe ich eine Kindergartengruppe gesehen und -vorbildlich, vorbildlich- die Kinder hatten alle Warnwesten an.
Mir sind diverse Nummernschilder mit den Schriftzügen "cooooool" (blauer BMW Z3, wen wunderts...?) oder Namen aufgefallen. Fand ich lustig.
Aus der Uni habe ich gelegentlich einen super Ausblick auf die Kirchtürme der Innenstadt oder auf den Fernsehturm. Wie soll man sich da nicht ablenken lassen?
Und in der Stadt gibt es Ampeln, die Geräusche machen, wie Videospiele oder Laserschwerter.
Mir ist Riga und alles hier mittlerweile richtig ans Herz gewachsen. Alles ist schon so alltäglich, dass ich mir gar nicht vorstellen kann, dass ich bald schon wieder woanders, also in Greifswald, bin. Ich fühle mich wohl hier. Gerade auch an das alleine in einem Zimmer leben muss ich mich dann wohl erst wieder gewöhnen ;-)
Na gut, ich werde an der Stelle mal Schluss machen. Bis bald, dann wieder mit Meldungen vom Eishockey :)
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