Donnerstag, 17. Dezember 2009

Kalt, aber wunderbar

Es ist kalt geworden in Riga. Und ich habe gelernt, dass man sich überlegen sollte, was man sich wünscht. Hab ich doch vor ein paar Wochen noch darüber gejammert, dass es zu warm ist in Riga und dass ich endlich Winter möchte. Nun ist er da. Mit allen Schikanen. Minusgraden. Glatteis. Schnee. Wind. Eben alls, was dazu gehört. Ja und es ist kalt. Es ist so kalt, dass es weh tut. Es tut weh, wenn man zu tief einatmet. Es tut weh, wenn man lange draußen ist und die Kälte langsam unter die Klamotten kriecht. Es tut weh, wenn man wieder in die Wärme kommt und langsam wieder auftaucht. Naja. Und der Wind tut weh. Ich bin ein Weichei geworden. Es ist so kalt, dass ich darüber nachdenke, Strumpfhosen unter die Jeans zu ziehen (mach ich sonst nie). Ich trage Tops als Unterhemden. Ich ziehe mittlerweile auch Handschuhe an. Und wenn ich mir die Mütze bis tief ins Gesicht ziehe und den Schal bis über die Nase ziehe, sehe ich aus wie ein potentieller Terrorist oder Bankräuber. Allerdings ein farbenfroher :) Ja. Also es ist wirklich wirklich kalt. Aber wundervoll. Riga zeigt sich wirklich von seiner besten Seite. Ich freu mich. Die Sonne scheint viel, das macht die Kälte angenehm. Die Stadt hat sich weihnachtlich herausgeputzt. In den Bäumen hängen Lichterketten (auch wenn ich die in Laubbäumen doch eher gewöhnungsbedürftig finde). Überall stehen Weihnachtsbäume. Mittlerweile sogar im Eingangsbereich vom Wohnheim und auch in der Uni und auch sonst überall. Sehr schön. Da bin ich nicht mehr ganz so traurig, dass ich die schöne Greifswalder Weihnachtsstimmung verpasse.
Schaut euch an, wie schön man in meiner Wohnung geschmückt hat

Hier haben wir es ja leider nicht ganz so weihnachtlich. Aber dank der schön geschmückten Stadt ist es hier auch sehr schön.

Jaaa. Die letzten Tage waren wieder ganz fantastisch. Céline und Manu waren hier, worüber ich mich sehr gefreut habe. Auch wenn ich exorbitant (was für ein Wort ;-))oft auf dem Flughafen war. Ohne selbst zu fliegen. Einfach um Leute abzuholen oder weg zu bringen. Das war wirklich merkwürdig.
Also. Donnerstag hab ich Céline abgeholt. Gemütlich gings erstmal ins Wohnheim wo wir ein Zimmer in der unteren Etage bezogen haben. Unglaublich, dass ich es geschafft habe, mein Chaos von meinem Zimmer in der untere Zimmer zu transferieren. Typisch Jana. Donnerstag haben wir nicht mehr viel gemacht. Céline war k.o. und ich irgendwie auch. Nur ein kleiner Ausflug in die SkylineBar stand noch auf dem Programm. Freitag habe ich Manu vom Flughafen abgeholt und dann zum Wohnheim gebracht, wo wir auf Céline getroffen sind. Dann ging es los mit dem Sightseeing. Wie oft ich jetzt schon Leute durch Riga geführt habe ist auch beeindruckend. Und trotzdem entdecke ich immer wieder was neues. So gefällt mir das.
Wir waren -für mich mal wieder- auf der Peterbaznica. Es war furchtbar, furchtbar kalt. Zum festfrieren.

Außerdem haben Céline und ich uns mit dem Weihnachtsmann fotografieren lassen

Der Höhepunkt des Tages war das Eishockeyspiel am Abend. Wieder die üblichen Verdächtigen (das heißt die Liechtensteiner und ich) dazu kamen noch Franzi, Manu, Céline und Naomi. Auf Naomi war ich sehr sehr sauer, weil sie echt ne halbe Stunde zu spät kam und ich ihretwegen die Hymnen verpasst habe. Für mich ein Nogo!!!
Aber das Spiel war super. Nadine hat 1A-Karten besorgt. Direkt hinter der Strafbank. So konnte man die Spieler mal aus einer ganz anderen Perspektive betrachten.
Nach dem Spiel gab es Essen und dann ging es noch auf Tour. Céline und ich waren bis früh um 5 unterwegs. Dann gab es Frühstück im Double Coffee und wir haben einen der ersten Busse nach hause genommen. Toll wars. Super Abend/Nacht.
Samstag haben wir dann etwas langsamer angehen lassen. Verständlicherweise. Für uns gab es einen Ausflug mit Manu und Franzi ins Okkupationsmuseum. Manu ist ein wirklich toller Guide ;-) Er weiß soviel. Danke Manu :D
Abends waren wir dann noch in einem supergemütlichen Teehaus. Sehr schön und super Tee.
Sonntag war es dann für Manu schon wieder Zeit für die Abreise. Aber wir haben vorher noch einen Ausflug in den Jugenstilteil der Stadt gemacht. Also, hier is natürlich überall Jugendstil, aber dort besonders. Alberta Iela und Jugendstilmuseum. Sehr schön war das mal wieder. Hat Spaß gemacht.

Danach hieß es dann Goodbye Manu!
Céline und ich waren am Abend noch in der Oper. Ja. Kultur sag ich euch. "Der Nussknacker" war toll. Nicht perfekt 8als ob ich wüsste, wie sowas perfekt ist...) Aber toll. Hat mir sehr gut gefallen. Und wir sahen natürlich unglaublich gut aus.


Als es dann irgendwann nach hause ging haben wir noch eine verrückte Fotosession auf der Katzencouch vorm Wohnheim gemacht.
Montag hat uns unser Weg dann nach Jurmala geführt. Wie es dort war? Kalt. Enorm kalt. Und windig. Ich habe mich das erste Mal in diesem Winter auf die Nase gelegt, als ich am Strand ausgerutscht bin. ich wusste nicht, dass man auf Sand ausrutschen kann...





Und am Montag hieß es dann auch für Céline Abschied nehmen. Eigentlich wäre ich ziemlich deprimiert gewesen, wieder einmal die zu sein, die in Riga zurück gelassen wird. Aber diesmal wars nicht so schlimm, weil ich wusste, dass es bald auch für mich wieder zurück nach Deutschland geht. Okay, erstmal nur temporär, aber immerhin. Ich freu mich schon wahnsinnig auf zuhause. Das wird fantastisch.
Aber ich merke auch immer mehr, dass mir Riga sehr, sehr fehlen wird. Es ist kaum zu glaube, wie schnell die Zeit vergangen ist und wie zuhause ich mich hier mittlerweile doch irgendwie fühle. Klar, ich vermisse Chemnitz und Greifswald und meine Wohnung, meine Mitbewohner (besonders die!), meine Familie, mein Fahrrad, einfach alles. Aber auch hier ist mir so einiges ziemlich ans Herz gewachsen. Gestern war ich zum offiziellen Abschiedsesse bei Julia und Nadine in der WG. Es ist schrecklich traurig, dass sie nach Weihnachten nicht mehr wieder kommen. Morgen treffen wir uns nochmal, wir können uns nicht trennen ;-)
Ja... aber so ist das Leben. Ich hatte/habe auf jeden fall eine tolle Zeit hier und möchte die auch nicht missen. Jetzt werde ich mich erstmal auf Weihnachten freuen. morgen werden vielleicht noch ein paar Weihnachtseinkäufe erledigt.
Also ihr lieben. das war dann wohl erstmal der letzte Blogeintrag für dieses Jahr. mal sehen. Sollte ich nichts mehr von mir hören lassen: Frohe Weihnachten an alle und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Friert nicht zu sehr!

Hier noch ein paar Bilder, die kann ich euch nicht vorenthalten.








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